Justin Channell

Justin Channell, 25 imkert seit 2018

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Mich fasziniert das komplexe System des gesamten Organismus der Bienen. Umso tiefer man hineinblickt, umso mehr gibt es zu sehen! Das Thema Biene lässt sich hier besonders gut mit meinem Studium des nachhaltiges Designs kombinieren.

Über mich

Stell dich doch kurz vor: Wie bist du zur Imkerei gekommen?

Naja, dadurch dass mein Nachbar Vorstand im regionalen Imkerverein ist hatte ich schnell Kontakt zu dem Thema gefunden. Auch einige Dokumentationen und Videos haben mich an das Thema rangeführt. Gerade durch mein Studium ist der Bezug zum Nachhaltigkeitsgedanken geprägt und brachte mich letztendlich dazu mit dem Imkern anzufangen.

Wieso imkerst du?

Neben der Faszination an den Bienen finde ich die Relevanz für die Umwelt besonders wichtig, aber auch den Aufbau der ersten eigenen "Marke" finde ich als angehender Designer sehr interessant. Mit dem Aufschwung des Themas "Bienensterben" in den Medien kam natürlich auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Biene, insbesondere der Wildbiene. Hier eröffnet sich mir ein ganz neues, aber sehr relevantes Thema welches ich mit dem Hobby Imkern und meinem Studium "Nachhaltiges Design" verbinde.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Angefangen habe ich mit viel lesen (Internet&Bücher) und Dokumentationen/Videos schauen. Begonnen habe ich das Imkern dann mit einem Imkerpaten der mich auch jetzt noch begleitet und mit Rat und Tat zur Seite steht, wobei ich mir auch gerne weitere Meinungen dazu ziehe. Nebenbei sind natürlich auch die Vereinsveranstaltungen sehr lehrreich. Daraufhin folgten dann auch verschiedenste Kurse um tiefer in die Themen einzutauchen.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Für Jungimker ist die größte Herausforderung den "eigenen Weg" zu finden. Jeder Imker kennt das Sprichwort "5 Imker - 6 Meinungen"... oder so ähnlich. Das kann einen am Anfang überfordern wenn man sich intensiv mit dem Imkern beschäftigt und alles richtig machen möchte.

Was lernen ImkerInnen genau?

Genauer hinzusehen und die Zusammenhänge unseres Ökosystems genauer zu verstehen.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Ich habe gelernt die kleinen Dinge zu beobachten um größere zu verstehen. Hinsichtlich meines Studiums hat das Imkern auch verdeutlicht wie viel wir von der Natur lernen können, wie sehr das Thema Biene an Relevanz gewinnt und wie man das ganze mit Design verbinden kann.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Vorne an stehen die regelmäßig stattfindenden Sitzungen in denen man besonders als Jungimker, aber auch als erfahrener Imker noch viel lernen kann und Erfahrungen austauschen kann. Auch die Whatsapp-Gruppe für Jungimker in der Region ist da sehr hilfreich! Hier wird gerne geholfen, auch wenn dem Neuling mal ein Schwarm abhanden kommt.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Dieses Thema war für mich als Student sehr relevant, allerdings gab es hier auch wieder verschiedenste Meinungen. Ich für meinen Teil habe mit einer Beute und einem Volk begonnen, wobei die ersten Ausgaben sich um die knappe 300€ beliefen. Egal wie sehr man plant, im Nachhinein fehlt doch noch was! Das Volk habe ich von meinem Nachbarn geschenkt bekommen, wobei hier auch der regionale Imkerverein eine gute Anlaufstelle ist. Schnell wurden es dann ein paar mehr Völker. Nebenbei laufen noch verschiedenste andere Kosten wie z.B. Vereinsmitgliedschaft, Futter für den Winter, Varroabehandlung, etc. Neben dem Geld "kostet" das Imkern natürlich auch eine Menge Zeit, besonders wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Allerdings mache ich das mit Leidenschaft und investiere diese Zeit gerne in mein Hobby.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Nein. Das ganze ist lediglich ein Hobby, welches ich aber so strukturieren möchte dass ich wenn möglich kostendeckend oder mit kleinem Profit arbeite.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Das sehe ich absolut nicht. Im Verein wird einem gerne mit Rat und Tat geholfen.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein. Ich würde behaupten ein durchaus teures Hobby, allerdings kann z.B. genauso ein Hund so teuer, anstrengend oder intensiv werden, je nachdem wie intensiv man sich mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzt.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Hierzu habe ich eine Umfrage gestartet um für mich selbst einen Überblick für Honigpreise zu schaffen. Die Wenigsten würden für guten Imkerhonig weniger als 5€ zahlen. Im Durchschnitt kam ein Ergebnis von 6-7€ für ein 500g Glas heraus. Hier muss allerdings jeder Imker selber wissen wie viel sein Honig kosten sollte. Jeder imkert anders und hat unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Sich erst mit dem Thema gründlich beschäftigen, sei es durch Videos, Lektüre oder mit Imkern reden, bevor man es überstürzt anfängt. Besonders empfehlenswert finde ich das Buch "Imkern - Schritt für Schritt".

Was denkst du über Hektar Nektar?

Interessantes Konzept. Besonders die Unterstützung durch Projekt 2028 für Jungimker die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, gerade für die vielen neuen jungen Imker ist das eine große Hilfe! Das Projekt bringt Unternehmen und Imker in einer Region zusammen und gleichzeitig sorgt die Platform von Hektar Nektar für den Austausch unter Imkern.

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