Madeleine H.
Madeleine H.
aus 89547 Gerstetten , Deutschland
imkert seit 2018

Der Bien, also die gesamten Bienen mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen, ist in der Komplexität faszinierend. Es ist toll zu sehen wie unermüdlich diese kleinen Wesen alles geben, um den Nachwuchs zu versorgen und Nahrung zu sammeln. Und ganz nebenbei werden viele Blüten bestäubt und leckerer Honig hergestellt.

Hallo! Ich bin Madeleine

Ich betreue 12 Bienenstöcke seit 2018.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die grösten Herausforderungen beim Imkern?

Bienen haben uns schon immer interessiert. Die Idee selbst auch zu Imkern kam erst, als ich einem befreundeten (imkernden) Kollegen zu seinem Hobby Löcher in den Bauch fragte. Kurz darauf stand ein Volk in unserem Garten, das wir unter seiner Patenschaft betreuen durften... und die Begeisterung für diese tollen Tiere wurde noch größer. Schnell war klar, dass es nicht bei einem Volk bleiben wird.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Das erste Volk betreuten wir gemeinsam mit dem Imkerpaten. Nachdem klar war, dass wir auf jeden Fall weiter Imkern werden, besuchten wir einen Kurs. Da es über Bienen und die Betriebsweisen so viel zu wissen gibt, bilden wir uns seither durch Selbststudium und Fortbildungen laufend weiter. Wichtig und hilfreich ist auch der Austausch mit den anderen Imkern vor Ort. Zusammen mit meinem Mann Steffen habe ich die Leidenschaft für das Imkern entdeckt. Wir kümmern uns gemeinsam um die Bienenvölker und ergänzen uns hierbei wunderbar. Daneben gehören unsere drei Katzen, die Pflege des Gartens, Rausgehen in die Natur und Fotografieren zu unseren Hobbys.

Interview

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Wenn ich hier in unseren Garten schaue sehe ich genau das Gegenteil. Seit dort Bienenbeuten stehen hat sich die Zahl und Vielfalt der Wildbienen deutlich erhöht. Auch Hummeln sind mehr zu sehen und sind auch verstärkt in der Nähe der Beuten unterwegs, um beispielsweise nach verlorenen Pollen zu suchen.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Das habe ich so nicht erlebt. Wir sind in die Imkergemeinschaft hier herzlich aufgenommen worden. Und viele erfahrene Imker geben ihr Wissen und Tipps gerne weiter.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Bienen sind Wildtiere, keine Haustiere. Das wird insbesondere daran deutlich, dass sie sehr gut auch ohne uns auskommen können. Wenn sich Menschen jedoch zur Bienenhaltung, und damit zu Eingriffen ins Volk, entscheiden, sollten sie auch die notwendige Zeit für eine gute Betreuung der Völker aufbringen.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Es gibt zunehmend interessierte Personen, die sich nur einige wenige Völker halten möchten. Gründe die ich bisher gehört habe sind Honig für den Eigenbedarf, bessere Betäubung des eigenen Gartens und Unterstützung des Naturschutzes bzw. des Erhalts der Honigbiene. Gleichzeitig wird die Anzahl der mittleren und großen Imkereien abnehmen, da bei den marktwirtschaftlichen Bedingungen das Überleben immer schwieriger wird.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Bienen machen mehr als nur Honig für uns - sie sind wichtige Bestäuber, dienen der Ernährung weiterer Tiere und sind sogar als Biomasse für den Naturkreislauf wichtig. Ganz zu schweigen vom Aufwand, den Bienen und Imker für ein Glas Honig betreiben müssen. Entsprechend sollte 1 kg echter Deutscher Honig mindestens 20 Euro kosten.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Ganz einfach: Die Bienen können uns leider nicht antworten, wie es ihnen am besten geht und welche Maßnahmen ihnen helfen. Imker können somit nur aus der Beobachtung lernen. Da Völker wie Imker sehr individuell sind, sind auch die Beobachtungen und die Schlüsse daraus vielfältig.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Am besten zunächst nur "Reinschnuppern", indem man eine/n erfahrene/n Imker/in begleitet und bei den Aufgaben im Bienenjahr unterstützt. Dabei kann man auch gut erfahren, welcher Aufwand dahinter steckt und welche Anschaffungen notwendig sind. Auch einen Imkerkurs finde ich sehr sinnvoll. Ist dann immer noch die Lust zu Imkern da, am besten einen Paten suchen, der bei den ersten eigenen Völkern mit Rat und Tat unterstützt.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Eine wirklich tolle Idee und Initiative! Großes Lob an die Umsetzenden und weiterhin viel Erfolg, mehr Firmen und Interessierte für Bienen zu gewinnen.

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