Florian Tietze

Florian Tietze , 40 imkert seit 2016

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Bienen sind das Großartigste das ein Mensch erleben darf...

Über mich

Stell dich doch kurz vor: Wie bist du zur Imkerei gekommen?

Durch meine Kindheit und "Back to the Roots" als ich mein Leben neu geordnet habe.

Wieso imkerst du?

Aus Spaß und Freude, aber auch um ein hochwertiges regionales Produkt zu erzeugen. Man lern nie aus, weder im Leben noch in der Bienenhaltung.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Erlernt habe ich es in unserem Imkerverein am Lehrbienenstand in Pfaffenhofen a.d.Ilm.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Nicht nur den Lebenszyklus der Bienen zu kennen, sondern auch der Schädlinge, als Beispiel die Varroamilbe.

Was lernen ImkerInnen genau?

Zusammenhänge in der Natur und Wetter zu beobachten, deuten und danach handeln. Wird leider oft vernachlässigt...

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Grundlegend, da ich mit offenen Augen durch die Gegend laufe, und immer schaue, was die Natur gerade macht bzw. vor hat.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich bin selbst im Verein tätig u.a. als Ausbilder und Pate für Jungimker.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Das kommt immer darauf an wie groß man einsteigen möchte.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Ich würde mich gerne mit Imkerei selbständig machen.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Das halte ich für nicht richtig. Die Biene hat den Imker; die Wildbienen haben Niemanden. Insbesondere ist es wichtiger die Vielfalt an Pflanzen in der Natur zu gewährleisten da viele Wildbienenarten sich auf einzelne Pflanzen spezialisiert haben die heute vom Aussterben bedroht sind. Es muss hier ein Umdenken nicht nur in der Landwirtschaft erfolgen sondern auch in der Bevölkerung bzw. Beim Verbraucher.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Die Erfahrung habe ich auch gemacht ist aber grundsätzlich für viele älteren Imkerkollegen nicht zutreffend.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Ja und nein. Man sollte sich bewusst sein dass man mit Bienenhaltung im Landwirtschaftlichen Bereich tätig ist, ein Lebensmittel in Verkehr bringt, und Tierhaltung immer Verpflichtungen mit sich bringt. Bienen in den Garten stellen und sich selbst überlassen ist der falsche Ansatz und bringt mehr Probleme in der Region als nutzen.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Eine Möglichkeit die mir spontan in den Sinn kommt ist, dass die aktuellen Generationen jüngerer Imker sehr stark beruflich eingespannt ist, daher wenig Zeit für das Hobby bleibt.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Die jüngere Imker Generation ist sehr viel mehr und umfassend miteinander vernetzt, was einen offenen und zum Teil auch anonymen Erfahrungsaustausch ermöglicht.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Was sollte ein Kilogramm Honig aus Imkers Sicht Kosten? Das kann sich jeder Imker selbst ausrechnen mit Anschaffungskosten wie auch der Arbeitszeit. Ich denke eher diese Frage sollten die Verbraucher beantworten...

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ja und Nein. Es sterben Bienen das ist richtig, es sind jedoch nicht die Honigbienen sondern Wildbienen, Hornissen und Wespen. Wenn Honigbienenvölker sterben steht der Fehler meistens hinter dem Kasten.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

meine Meinugn dazu kommt noch...

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Weil jeder Imker seine eigenen Erfahrungen gemacht hat, die Standortbezogen sind und es oftmals viele Möglichkeiten und Wege gibt um sein Ziel zu erreichen. Oftmals sind wenige Hundert Meter schon ausschlaggebend.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Nistpätze schaffen, eine Wilde Ecke im Garten die sich selbst überlassen wird, und auf Spritzmittel aller Art verzichten. Am besten Rasen nicht mit dem Mähroboter mähen sondern ruhig mal etwas wachsen und blühen lassen.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Unbedingt einen Anfängerkurs, Honigkurs und bestmöglich eine lebensmitteltechnische Unterweisung beim Gesundheitsamt.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde die Idee nicht schlecht und bin gespannt wie es weitergeht.

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