Sebastian Widhalm

Sebastian Widhalm, 23 aus 8600 Bruck an der Mur , Österreich
imkert seit 2016

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Bienen sind so kleine und doch so wunderschöne Wesen, welche es schaffen, dass aus den verschiedensten natürlichen Rohstoffen die tollsten Produkte werden.

Unterstützt durch
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Mein Name ist Sebastian Widhalm. Ich und mein Vater sind vor zwei Jahren durch Zufall auf die Idee gekommen, dass wir in unserem Garten gerne ein paar Bienen haben möchten. Durch dies haben wir uns schließlich zwei Bienenvölkern gemietet und unserem Imker immer über die Schulter geschaut. Dadurch sind wir schlussendlich in den Bann dieser kleinen Wesen gezogen worden und haben beschlossen, dass wir selbst eine Ausbildung zum Imker machen und uns eigene Stöcke zulegen wollen.

Wieso imkerst du?

Es ist eine Arbeit/Hobby, wo man in der Natur ist und mitbekommt, wie eigentlich alles zusammen hängt. Weiters wird man sich erst durch die Arbeit mit diesen Wesen bewusst, was so ein kleines Lebewesen eigentlich alles leisten kann. Es ist auch faszinierend wie die Bienen sich durch ihr Tänze untereinanded verständigen, ohne dass sie sich wirklich gut sehen können.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Ich habe meine Grundkurse im Imker Zentrum in Graz absolviert und werde dort auch weiteren Kurse besuchen. Für die praktischen Aspekte werde ich mich mit meinem Imkerpaten im Frühjahr wieder in Verbindung setzen und ihm weiter über die Schulter schauen, um den ein oder anderen Trick zu erlernen und zusehen, wie man es eventuell auch mit einfachen Mitteln bewerkstelligen kann.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Das Imkern an sich ist eine Herausforderung. Aber am Anfang ist die größte Herausforderung die Bienen zuverstehen. Sind sie krank? Brauchen sie mehr Platz? Haben sie genügend Futter für den Winter? Für mich persönlich ist allerdings die größte Herausforderung den Stock zu öffnen, dies liegt daran, dass ich gegen Bienen allergisch bin. Es ist immer sehr interessant mit anzusehen wie friedlich unsere Bienen eigentlich sind.

Was lernen ImkerInnen genau?

Dies hängt von der Art der Ausbildung ab. Es gibt Grundkurse und themenbezogene Kurse. In den Grundkursen wird einem das Grundlegende über die Biene (z. B.: die Anatomie und Verständigung der Bienen), das Beutensystem und die Grundwerkzeuge des Imkers beigebracht. In den themenbezogenen Kursen geht es um spezifische Fragen. Zum Beispiel: Wie erkenne ich Krankheiten und was muss ich dagegen unternehmen? Den theoretischen Teil mit wenig Praxis habe ich im Imkerzentrum Graz erlernt. Ich werde meine Ausbildung dort auch noch vertiefen. Den praktischen Teil hat mir mein Imkerpaten beigebracht, welcher mich immer noch unterstützt. Er zeigt mir Tipps und Tricks, wie ich Sachen besser oder vielleicht einfacher machen kann.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Meine Sicht auf die Natur hat sich nicht geändert, da mir die Natur seit meiner Kindheit sehr wichtig ist. Die Bienen haben mir dabei geholfen, die kleinen Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Durch dies kann man erst feststellen, dass alles auf jeden einen Einfluss nimmt.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Der Start in die Imkerei ist leider nicht ganz billig, da alleine der Schwarm mit Reinzuchtkönigin 140€ kostet. Zusätzlich wird noch jede Menge an Ausrüstung (z. B.: Rämchen, Beuten, Smoker, Stockmeisel, etc.) benötigt. Somit kann man für drei Völker mit Beuten ca. 2000€ einplanen. Wenn die Völker einmal Honig abgeben, kann in guten Jahren sogar davon ausgegangen werden, dass sie sich selbst finanzieren oder eventuell sogar Profit für neue Investitionen erwirtschaften. Außerdem habe ich vor meine Bienenvölker in Zukunft zu vermehren. Für die Zukunft habe ich mir das Ziel gesetzt, dass ich knapp 30 Bienenvölker dauerhaft betreuen möchte. Der Plan ist, diese Stöcke auf verschiedene Gebiete in der Steiermark zu verteilen. Allerdings ist zur Zeit noch unklar, wie die Stöcke vermehrt werden sollen. Dies wird sich in näherer Zukunft genauer ergeben.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Nein, ich kann von der Imkerei leider nicht leben. Ob es in der Zukunft möglich wäre, kann ich derzeit auch nicht abschätzen. Jedoch wäre es ein interessanter Gedanke. Trotzdem wäre es schön, wenn es ein sich selbst finanzierendes Hobby wäre, mit dem man der Umwelt und den Menschen etwas Gutes tun könnte.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Ich glaube nicht, dass unsere Honigbienen andere Bienen vertreiben. Meiner Meinung nach ist der Grund für das Fehlen der Wildbiene eher damit zu begründen, dass diesen Bienen ihr Lebensraum und in Folge ihre Unterschlüpfe ausgehen. Für dies ist hingegen der Mensch und nicht die Honigbiene verantwortlich.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Ich persönlich habe diese Erfahrung noch nicht gemacht, dass jemand sein Wissen nicht teilen möchte. Selbstverständlich ist es jedem selbst überlassen, ob er über seine Erfahrungen und sein Wissen spricht. Das Schummel mit den Bienensterben kann ich nicht beurteilen, denn ich weiß nicht, ob dies schummel oder Unwissenheit ist.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Ich glaube nicht, dass Bienen anstrengender als andere Haustiere sind. Aber es ist durchaus schwieriger Bienen zu verstehen. Wenn man sich für sie interessiert und mit ihnen umzugehen vermag, ist es ein eine doch entspannende Art um vom Alltag wegzukommen.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Mit einem Preis von ca. 13€/kg ist dies durchaus in Ordnung. Da der billiger Honig nicht aus Österreich oder der EU stammt, bin ich dagegen diesen zu kaufen, denn dies schädigt unsere eigenen Imker.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Es gibt durchaus viele Gefahren, denen unsere Bienen ausgesetzt sind Bei diesen Gefahren handelt es sich nicht nur um Krankheiten und Parasiten, sonder auch um Pestizide und Futterknappheit.. Ich bin deshalb der Ansicht, dass unsere Bienen definitiv besondere Pflege und auch besonderen Schutz benötigen.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Ich denke, dass es für dieses Thema viele verschiedene Möglichkeiten gibt, so dass man stundenlang diskutieren könnte. Von Mensch zu Mensch: Ich glaube, dass es am effektivsten wäre, wenn man nur einheimischen Honig verkauft. Eine weitere unterstützende Maßnahme wäre, dass die Besitzer von Obstbäumen oder anderen Pflanzen nich mit Pestiziden arbeiten.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Man muss sagen, dass es einem nicht gelingen wird Bienen zu betreuen, wenn man von heute auf morgen einen Bienenstock in seinen Garten stellt. Der zukünftige Imker/Die zukünftige Imkerin muss sich bewusst sein, dass man sich über diese Tiere im Vorhinein informieren muss, genauso wie bei einem Hund oder einer Katze oder jedem anderen Tier, welches man sich halten will. Sehr hilfreiche wäre auch ein Pate der bereits Stöcke besitzt, um mit ihm Informationen auszutauschen und sich ein Bild davon zu machen, was es bedeutet ein Imker zu sein. Der Austausch zwischen verschiedenen ImkerInnen ist sehr wichtig, denn auch wenn man schon lange ImkerIn ist, kann manchmal ein anderer Blickwinkel nicht schaden. Der Meinungsaustausch ist eine gute Gelegenheit neue Ideen und Möglichkeiten mit anderen Imkern zu bereden und somit untereinander auch Tipps und Tricks zum Imkern zeigen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich hoffe, dass ich eine Partner für das Projekt 2028 finde, welcher mich unterstützen möchte. Künftig werde ich meine Bienenschwärme und eventuell auch weitere Produkte über diese Seite erwerben, da man durch dies auch den Kontakt zu anderen Imkern erhält, um sich auszutauschen.

Wir benützen Cookies um die Benutzerfreundlichkeit der Webseite zu erhöhen. Wenn du auf „Ich akzeptiere“ klickst, nehmen wir an, dass dir das recht ist. Du kannst natürlich später deine Cookie-Einstellungen jederzeit wieder ändern.