Samuel Okon

Samuel Okon , 23 aus 65618 Selters, Deutschland
imkert seit 2010

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Die Intelligenz, die Energie und der Antrieb der Biene.

Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Hallo Welt, ich heiße Samuel, bin 23 Jahre alt und Master-Student der Architektur.

Wieso imkerst du?

Weil mir der Bezug zur Natur so enorm gut gefällt und ich mich schon immer für die Abläufe in der Natur begeistern konnte.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Nach einer Zeitungsanzeige des Imkervereins alles im Selbststudium angeeignet und erlernt.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Auf die immer wieder andere Entwicklung der Natur durch Wetter und Klima rechtzeitig zu reagieren.

Was lernen ImkerInnen genau?

Verallgemeinern kann man das schwer, aber grundsätzlich alles was zum Halten der Bienen wichtig ist und damit in Verbindung steht.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Nicht sehr viel, da ich schon immer sehr natur-/umweltbewusst gelebt habe und mit einer starken Naturverbundenheit aufgewachsen bin. Eigentlich ist noch ein weiteres Puzzlestück hinzugekommen, um noch ein größeres Ganzes zu sehen.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Zwecks der Lehrgänge war der Verein bzw. der Landesverband Hessischer Imker vorteilhaft. Nur so ist es möglich, auch DIB Gläser verkaufen zu können. Allerdings gibt es unter den einzelnen Imkern leider eher wenig Zusammenhalt. Das müsste noch besser werden.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Das hängt immer davon ab, welche Anforderungen man an sich selbst und an die Imkerei stellt. Natürlich kann man mit einem überschaubaren dreistelligen Betrag starten. Allerdings wird man dann immer wieder Investitionen tätigen müssen. Oder man investiert am Anfang einen mittleren vierstelligen Betrag. Sofern einmal eine Grundausstattung vorhanden ist, sind die laufenden Kosten überschaubar.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Weder kann ich noch möchte ich von der Imkerei leben können. Denn sonst würde die Biene zu einem Wirtschaftsgut/Arbeitstier und das sollte nicht so sein.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Ja, da ist etwas dran, zumindest solange man sich als Imker nur alleine betrachtet und die Umwelt ausblendet. Deswegen sollte man als Imker definitiv durch Anlage von Blühflächen, Pflanzungen, etc. dass genug Nahrung für alle Insekten da ist. Andernfalls ist die Imkerei nur ein Ausbeuten der Natur, auf Kosten der Wildbienen.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Leider habe ich das so schon öfter erlebt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass jeder für sich eine Betriebsweise findet, die er nicht gerne weitergibt. Letztendlich passt auch nicht jede Betriebsweise zu jedem Imker. Darüberhinaus sind für ältere Imker viele Dinge normal und werden dann nicht weitergeben, obwohl sie einem Jungimker bspw. nicht geläufig sind.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Eigentlich sind sie weniger Betreuungsintensiv als andere Haustiere. Es waren ja mal wie alle domestizierten Tiere auch Wildtiere.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Da einige Imker die Zahl ihrer Völker senken oder ganz aufhören, aber Jungimker oder Durchschnittsimker nur 1 oder 2 Völker halten, weil sie diese Trotz Job und Freizeit weiter betreuen müssen und somit nicht so viel Zeit und Völker haben.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Dass die neue Generation weltoffener, dynamischer und umweltbewusster ist.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Bestäubungsleistung ist grundsätzlich nicht bezahlbar. Daher sollte der Preis zumindest einen Teil der Aufwendungen refinanzieren. Allerdings leidet die Qualität unter der wirtschaftlichen Betrachtung enorm. Angemessen wären wohl um die 11€.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Jein, denn es muss zwischen domestizierten Honigbienen (Nutztiere) und frei lebenden Wildbienen unterschieden werden. Leider sind hauptsächlich letztere davon betroffen. Noch schlimmer ist, dass diese Bienen/Insekten den meisten Menschen Unbekannte sind. Die Honigbienen werden alleine wegen ihrem Honig schon in groß genuger Zahl gehalten.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Der größte Feind nicht, aber er nimmt auch eine Rolle von vielen Faktoren ein.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Da jeder Imker andere Erfahrungen gesammelt hat, auf die er zurückblickt. Außerdem lässt die Natur sich nicht nach einem Schema bestimmen.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Allumfassend, Öko-Landwirtschaft, Blühstreifen, keine Schottergärten oder Rasenflächen. Eine Verpflichtung der Imker auch etwas für Wildbienen zu tun.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Selbst Initiative ergreifen, den Anspruch haben etwas besser zu machen, sich regelmäßig zu hinterfragen, Mut zu Neuem zu haben und sich sehr gut fortzubilden. Man lern nie aus, das ist in der Imkerei auch so. Und zu guter letzt sollte man sich nicht Neuerungen grundsätzlich verschließen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Eine Tolle Plattform mit Zukunft. 😊

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