Markus K.
Markus K.
aus 44269 Dortmund, Deutschland
imkert seit 2017

Der Bien ist ein Organismus, der uns trotz genauer Betrachtung immer noch große Rätsel aufgibt. Schauen wir gemeinsam in die Geschichte, so sind viele große Denker der Imkerei nachgegangen. Die erste Auseinandersetzung mit dem Bien zeigte, dass er nur funktioniert, wenn alle Komponenten ineinander greifen. Der Imker muss nicht zwingend handeln und gestalten - aus meiner Warte ist er vielmehr ein Begleiter, der in Notfällen und Notsituationen eingreift, um Probleme, die der Bien nicht selbständig zu lösen vermag, einzugreifen und zu unterstützen. Sehr deutlich wird dies in der Varroabehandlung. Hier ist es meines Erachtens nach richtig, erst eine Diagnose durchzuführen und die Behandlung darauf abzustimmen anstatt alle Völker dem gleichen Prozedere zu unterziehen.

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Hallo! Ich bin Markus

Ich betreue 10 Bienenstöcke seit 2017.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die größten Herausforderungen beim Imkern?

Mein Antrieb ergibt sich vor allem aus den großen Rätseln, die der Bien dem Imker aufgibt. Jedes mal, wenn ich an meine Völker gehe und die Beuten öffne, gleiche ich meine Erwartungen mit der vorgefundenen Realität ab. Dabei stehen Überraschungen auf der Tagesordnung. Die Entwicklung der pelzigen Damen lässt sich zwar unterstützen und ein bisschen lenken, aber den Masterplan kann der Imker nicht beeinflussen; die Königin als Teil des Biens weiß in der Regel besser als der Imker, wie sich das Volk entwickeln sollte und steuert dies auch, in völliger Dunkelheit, auf beschränktem Raum und ohne Sprache. Hingegen kommunizieren die Bienen sehr wohl miteinander. Das dies jedoch bei der Masse von Bienen, gerade auch nach der Salweidenblüte, wenn die Völker zu explodieren beginnen, so reibungslos und perfekt funktioniert, ist wahrlich ein großes Faszinosum.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Meine ersten Schritte habe ich in einem Anfängerkurs gemacht. Da dieser in einem Verbund statt fand und die Möglichkeit des Besuches anderer Referenten (Kursen in anderen Orten) bestand, merkte ich schnell, dass es unter Imkern mindestens so viele Meinungen wie unter Ärtzen oder Wissenschaftlern gibt. Es gilt also, sich selbst fortzubilden, sich kritisch mit den Betriebsweisen auseinanderzusetzen und letztlich alles erstmal grundsätzlich in Frage zu stellen. Während dessen habe ich mir einen Imkerpaten gesucht, der mich vor Ort begleitet hat und mir nützliche Hinweise gab und Perspektiven aufzeigte, die ich zu Beginn noch nicht vergegenwärtigte. Für die ersten Schritte war es überaus sinnvoll, sich Basiswissen anzueignen und nach Anleitung bzw. nach Lehrbuch zu imkern. Dies gab Sicherheit. Das Hinterfragen der einzelnen Maßnahmen führte zum Selbststudium und die Patenschaft brachte viele hilfreiche und vor allem konkrete Tipps und Hinweise zur Arbeit am Volk, die man aufgrund seiner eigenen Betriebsblindheit bereits im ersten Jahr einzuschleifen begonnen hatte. Es ist also eben nicht der eine glücksbringende Weg, sondern die kritische Hinterfragung seiner Tätigkeiten. Darüber hinaus muss jeder Imker seinen eigenen Weg finden, denn es gibt kein schwarz-weiß in der Imkerei. Es werden permant Entscheidungen eingefordert, die zu treffen sind: Dabei muss der Imker grundsätzlich abwägen, ob er zum Wohl der Bienen handelt oder auf Optimierung und Ertrag aus ist. Dies bedingt letztlich die Betriebsweise. Diese individuellen Entscheidungen führen letztlich zur Entwicklung der je eigenen Betriebsweise. Und an dieser Stelle bekommt der Begriff "Lebenslanges Lernen" eine wirklich neue Bedeutung. Denn obwohl Imker, die sich bereits seit Jahrzehnten mit "ihren Bienen" auskennen und ihr individuelles (Erfolgs-)Rezept entwickelt haben, stehen doch letztlich auch wie der Jungimker vor immer wieder neuen Problemen und Hindernissen, die das Überdenken der eigenen Handlungen mit sich bringen, so etwa die großen Einschnitte durch die Varroamilbe oder das "große Bienensterben", auf das es eben nicht die eine Antwort gibt. Daher werden kontinuierlich Weiterbildungsveranstaltungen besucht, öffentliche Vorträge gehört und viele Online-Angebote genutzt wie verschiedene einschlägige Youtube-Kanäle sowie das Angebot der honigmacher.de. Ebenfalls, aber bis dato leider ohne Zertifikat, wurde auch ein Fortbildungs- und Vertiefungskurs besucht, um zum einen weiteres Wissen in praktischer Arbeit zu erhalten und vor allem dem Austausch unter den Imkerkollegen zu haben. Auf der Suche nach einem gemeinsamen Hobby haben meine damalige Lebensgefährtin und ich uns entschlossen, einen Anfängerkurs zu durchlaufen. Dabei ist meine Naturverbundenheit, die sich bis dato vor allem in der Faszination Wald und Landschaft manifestierte, durch diese "possierlichen Haustiere" abgelöst bzw. ergänzt worden.

Interview

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

neugierig sein!

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