Susann S.
Susann S.
aus 31177 Harsum GT Asel, Deutschland
imkert seit 2019

Einfach alles. Die Bienen mit ihrer Arbeitsteilung, Emsigkeit und Organisation. Jede hat eine Aufgabe, welche dem Wohl aller zugute kommt. Es ist faszinierend, was diese kleinen Wesen alles können: ihre Waben zum Teil in rasanter Geschwindigkeit bauen, Pollen und Nektar sammeln und dabei tausende Blüten bestäuben. Ich könnte ihnen stundenlang zusehen.

Hallo! Ich bin Susann

Ich betreue 5 Bienenstöcke seit 2019.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die größten Herausforderungen beim Imkern?

Ich bin gern draußen und werkle für mich selbst. Liebe aber auch das Vereinswesen und die Geselligkeit. Beim imkern kann man beides haben. Beim monatlichen Stammtisch tauschen wir uns aus und auch hier wurden schon Freundschaften gefunden. Aber auch im Dorf oder beim Yoga findet man interessierte oder Imker, wo man sich trifft und die anderen Arbeitsweisen sich ansehen kann. Das Wetter und die Natur sind für mich die größten Herausforderungen, reicht das Futter oder wird es warm und die Bienen können sich selbst versorgen.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Mein Name ist Susann Stempel und ich imkere seit 2019. Nachdem wir 2015 aufs Dorf gezogen sind haben wir jedes Jahr mehr für die Bienen und Insekten angepflanzt und irgendwann kam die Idee mit den Bienen. Daraufhin haben wir (mein Freund und ich) Ende 2018 zunächst einen Verein gesucht und beim Stammtisch erste Kontakte geknüpft. Im Frühjahr 2019 fing dann meine Ausbildung an. Ich habe dann bei unserem Vereinsvorsitzenden das erste mal in einen Stock geguckt und auch Waben selbst in der Hand gehabt. Da war klar, ich will das auch. Also wurde im Nachbardorf der Imkershop besucht und die ersten Beuten gekauft. Anfang Juli habe ich dann meine ersten Bienen bekommen. Seit dem habe ich mich stetig vergrößert und habe nun 5 Völker.

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Meines Erachtens nach das Wetter vor allem Frühjahr. Aber auch die Varroamilbe ist eine große Herausforderung. Jedes Jahr ist anders, wann wird der Drohnenrahmen gegeben, wann die Honigräume usw.?Das basiert oft auf Erfahrungswerten. Nicht umsonst gilt man in den ersten 5 Jahren als NeuimkerIn

Was lernen ImkerInnen genau?

ImkerInnen lernen, welche Rolle die Honigbiene und andere Bestäuber spielen. Aber auch welche Rolle die Landwirtschaft spielt und welche Probleme evt entstehen können. Außerdem den Umgang mit den Bienen, von der Anatomie angefangen bis hin zum Honig ernten, schleudern und Völker einwintern. Nicht zu vergessen ist die Bienengesundheit und die Bienenkrankheiten. Wie sorge ich für gesunde Völker, wie bekämpfe ich die Varroamilbe usw.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Auf jeden Fall. Wenn ich Pflanzen kaufe, ist es mir sehr wichtig, dass diese bienenfreundlich sind. Auch meine Familie und Freunde achten mittlerweile darauf. Außerdem achte ich mehr darauf, was wann blüht und ob die Bienen versorgt sind.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich bin im Imkerverein Hildesheim (https://imkerverein-hildesheim.jimdofree.com/) und bin da sehr zufrieden. Es gibt einen monatlichen Stammtisch. Ich finde, dass wir eine gute Truppe sind und die Treffen machen echt Spaß. Außerdem gibt es Messengergruppen von 2 Dienstleistern. Wenn man Fragen hat, bekommt man sehr schnell antworten. Auch hatte ich letztes Jahr Probleme mit ner Königin und mir wurde schnell und unkompliziert geholfen. In den letzten 2 Jahren mussten die Stammtische online stattfinden, aber auch dies war super.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Hier kommt es darauf an, welches Beutenmaß man nutzt, ob man alles neu kauft oder auch gebraucht, kennt man vielleicht einen Imker, von dem man einiges übernehmen kann und „nur“ noch reinigen muss. Auch die Bienenvölker muss man kaufen. Wichtig ist auch Stauraum usw. Ich habe meine Völker von Jahr zu Jahr erweitert, so dass sich die Kosten da etwas im Rahmen gehalten haben. Wir haben leider keine Vereinsschleuder und auch keinem Dampfwachsschmelzer. Ich bin gern unabhängig und habe mir daher die Technik entsprechend gekauft. Also alles in allem ist der Start - so wie ich es gemacht habe - recht kostenintensiv. Es ist aber ein Hobby und jedes Hobby kostet Geld. Letztlich werden die Kosten der Imkerei durch den Honigverkauf aber relativiert.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Ich habe nur 5 Völker. Kann also nicht davon leben. Ich würde es aber auch nicht wollen, da ich sehr sicherheitsliebend bin und ein regelmäßiges Einkommen mir sehr wichtig ist.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Es gibt Bienen, die nur die Pflanze anfliegt oder diese. Diese sind für die Honigbiene unter Umständen uninteressant. Auch Hummeln fliegen andere Pflanzen an, als die Honigbiene. Wenn genug Futterangebot durch den Menschen oder die Natur da ist, dann ist die Sorge meines Erachtens nach nicht begrübdet

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Bei unseren Stammtisch sind auch einige ältere Imker anwesend. Diese teilen gern ihr Wissen und beantworten gern Fragen.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein. Hunde sind anstrengender und betreuungsintensiver. Diese muss man erziehen und spazieren führen. Auch Pferde brauchen täglich ob Sommer oder Winter Betreuung. In der Saison hat man bei den Bienen schon gut zu tun, im Winter geht die Arbeit gegen Null.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Viele ImkerInnen haben Interesse und halten dann einige Völker. Die älteren Imker (ggf. seit einiger Zeit Rentner) hatten mehr Völker. Wenn diese aufhören, dann fangen das mehrere Imker und nicht nur einer auf.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Wir jüngeren sind offener für neues. Auch setzt sich die neue Generation anders mit Technik wie Stockwaagen und sozialen Medien auseinander.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Ich orientiere mich an den ortsüblichen Preisen und das sind hier 12 €. Die Zeit des Imkers wird hier nicht entlohnt. Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Im Supermarkt ist der gleiche Honig unter Umständen teurer, da jeder etwas verdienen muss.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ich fürchte schon, bin jedoch keine Wissenschaftlerin und kann es nicht belegen. Als Beispiel kann man hier die saubere Frontscheibe des Autos nach längeren Fahrten anbringen. Früher war diese viel verdreckter. Eine Freundin von mir war letztes Jahr mit ihrem 4 jährigen Sohn bei mir. Die beiden wohnen im Speckgürtel von Hannover in einem Reihenmittelhaus mit einem recht kleinen Garten. Ich wohne in einem Dorf vor Hildesheim mit größerem Garten und der ist eher Naturgarten und wildwachsend, hier liegt mal was für die Igel und Insekten und hier wächst mal was usw. Der Sohn meiner Freundin hat bemerkt, dass es bei uns mehr Schmetterlinge und Insekten gibt als bei ihnen. Die Honigbiene ist nicht bedroht, da wir Imker da sind, aber bei den Wildbienen muss dringend was ganz werden. In Schottergärten und Rasen-Trampolin-Gärten gibt es keine Lebensräume für unsere Wildbienen

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Nicht der Honigbiene. Ohne den Imker sterben diese auf kurz oder lang aufgrund der Varroamilbe. Auch sind unsere Wälder zu aufgeräumt, so dass Schwärme schlecht neue Behausungen finden

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Weil jeder seine eigene Arbeitsweise hat und viele auch in verschiedenen Maßen arbeiten.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Das schaffen Nistmöglichkeiten, keine Schottergärten und super aufgeräumte Gärten. Auch das Anlegen von Blühstreifen, welche mehrjährig sind und nicht geschnitten werden. Auch sollten die Landwirte nur wenn nötig spritzen und nicht in die Blüten, um Bienen zu schützen dann auch tatsächlich abends, wenn die Bienen nicht mehr fliegen. Das Kaufe; von Insektenferundlichen Pflanzen ist auch wichtig.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Eine Anfängerkurs besuchen und einem Verein beitreten. So habe ich das gemacht und kann nur positives berichten. Wenn man Fragen hat oder Probleme, werden die dort schnell beantwortet und oder gelöst.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ist ein super Projekt und das Bewusstsein für unsere Natur wird gestärkt.

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