Florian K.
Florian K.
aus 79379 Müllheim, Deutschland
imkert seit 2019

Die Faszination an der Honigbiene liegt für mich darin, welch atemberaubende Leistungen ein Bienenvolk an den Tag legt. Wie koordiniert alles in einem Bienenvolk abläuft und wie fleißig die Bienen arbeiten, und dass jede Biene immer zu wissen scheint, was zu tun ist. Als leidenschaftlicher Makrofotograf bin ich einfach immer wieder beeindruckt vom Anmut der kleinen Bienen.

Hallo! Ich bin Florian

Ich betreue 4 Bienenstöcke seit 2019.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die grösten Herausforderungen beim Imkern?

Die Imkerei begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Die Vorgänge im Bienenvolk zu beobachten, den Duft der Stockluft wenn man ein Volk aufmacht oder das Gefühl wenn man mit der Nasenspitze nur Millimeter entfernt von der Wabe mit hunderten von Bienen darauf ist, um zu sehen ob Stifte in den kleinen Zellen sind. All das, und noch vieles mehr, sind Momente die die Imkerei zu einem für mich unvergleichbar schönen Hobby machen. Die Größten Herausforderungen beim Imkern sind für mich Platz und Geld. Es geht doch schneller als man denkt und die Völkerzahl wächst und wächst.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Hi, ich bin Flo, 24 Jahre alt und wohne in Süddeutschland. Ich bin Familienvater und Naturliebhaber. Ich bin Mediengestalter und habe in der Imkerei meine liebste Freizeitbeschäftigung gefunden. Neben der Imkerei begeistert mich vor allem die Fotografie, insbesondere Makroaufnahmen von den fleißigen Bienen. Ich habe 2018 angefangen mir das Imkern im Selbststudium beizubringen, habe viele Bücher gelesen und viel in Foren recherchiert. Im Imkerverein und durch einen befreundeten Imker habe ich dann die Unterstützung gefunden, die bei der ein oder anderen kniffligen Frage die richtige Antwort geben konnte.

Interview

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Seit ich Imker bin laufe ich mit offenen Augen durch die Welt und kenne meine Umgebung viel Besser. Ich weiß wann was blüht und für wen die Blüten besonders wertvoll sind. Das imkern hat in mir die Begeisterung für Wildbienen geweckt.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Das sehe ich nicht so. Die Honigbiene ist auf Massentrachten angewiesen. Viele Wildbienen sind spezialisiert auf wenige Pflanzen. Diese Pflanzen werden von der Honigbiene nur angeflogen wenn es keine größere Nahrungsquelle mehr gibt. Das größere Problem stellt meiner Meinung nach die intensive Landwirtschaft dar. Große Flächen Monokulturen nehmen Wildbienen den Lebensraum und die Nahrung. Wobei es bei zu vielen Bienenvölkern auf engem Raum sicherlich zu Nahrungskonkurrenz kommen kann.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Das sehe ich teilweise auch so. Vor allem in direkter Nachbarschaft sind ältere Imker oft darauf bedacht selbst erfolgreich, ertragreich zu Imkern, geben ihre Tipps aber ungern weiter, da ein andere Imker in der Nähe für sie sonst Konkurrent darstellen könnte. Es gibt jedoch wie immer solche und solche. Es gibt auch junge Imker die ihr Wissen nicht gerne teilen, genau so wie es ältere Imker gibt die sehr hilfsbereit sind.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Imkern ist Trend. Die mediale Aufmerksamkeit der Biene ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Häufig wird es so hingestellt als wäre die Honigbienen aktiv vom Bienensterben bedroht, was nicht stimmt. Außerdem gibt es immer mehr „Anfängersysteme“ die das Imkern leichter machen sollen.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Das Internet. Jeder mit einem Internetanschluss und etwas Interesse denkt er kann Imkern. Ich denke viele überschätzen sich am Anfang selbst. Imkern erfordert viel Praxiserfahrung.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Je nach Sorte darf der Preis natürlich etwas unterschiedlich sein. Meiner Meinung nach darf und sollte ein Kilo Honig (Blütenhonig) mindestens 12€ kosten.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ja, allerdings betrifft das Bienensterben die wilden Schwestern der Honigbiene. Wildbienen haben immer weniger Lebensraum und Nahrung. Viele spezialisierte Arten sind stark gefährdet oder bereits verschwunden.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Nein der größte Feind der Honigbiene ist die Varroa-Milbe.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Weil jedes Bienenvolk ein eigenes Individuum darstellt. Jedes Bienenvolk hat andere klimatische Bedingungen und andere Eigenschaften. Außerdem hat jeder Imker seine eigenen Methoden. Viele Wege führen nach Rom und jeder Imker denkt sein Weg sei der richtige. Aber nur weil es für einen Imker so ist, muss das nicht auf alle zutreffen.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Sinnvoller Bienenschutz sollte vorwiegend an die solitär lebenden Wildbienen gerichtet sein. Totholz im Garten, Stauden bis ins Frühjahr stehen lassen, Sandflächen anbieten und mehr heimische Wildpflanzen anstelle der gezüchteten (teilweise exotischen) Pflanzen in den Garten bringen. Zudem sollte es weitere Gebiete geben die sich als Biotop unangetastet entwickeln dürfen.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Viel Lesen und erstmal einem Imker über die Schulter schauen. Außerdem, dass man sich klar sein muss dass der Einstieg viel Geld kostet und man dafür viel Platz benötigt.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde die Aktion super um auf vieles Aufmerksam zu machen.

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