Kim Hufnagel
Kim Hufnagel
aus 24887 Silberstedt, Deutschland
imkert seit 2019

Ich bin Biologin und schon immer interessiert an der Lebensweise von Insekten. Die Biene bietet den Vorteil durch Zucht zur Sanftmut sich gut beobachten zu lassen, abgesehen davon bin ich nicht nur ein Blumen- sondern auch ein Früchte-Freund und will gerne meinen Beitrag zur Bestäubung leisten, indem ich meinen Garten zu einem Bienenparadis werden lasse. Ich bin also nicht nur an der Biologie und dem Verhalten der Biene interessiert, sondern auch an der Interaktion der Tiere mit ihrer Umgebung , sprich dem Versuch von mir eine möglichst im Gleichgewicht befindliche Ökologie zu generieren.

Imkerin

Hallo! Ich bin Kim

Ich betreue ein Bienenvolk seit 2019
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Ich bin Biologin und frischer Silberstätder, was bedeutet, dass ich endlich einen eigenen Garten habe. Außerdem bin ich Mittelalterdarsteller, was mich immer wieder auf alt hergebrachte Methoden zur Herstellung und Gewinnung von verschiedenen Dingen bringt, wie zum Beispiel Honig und Met. Derzeit arbeite ich im botanischen Institut der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und habe da den botanischen Garten vor der Tür, der mir Inspiration und Sehnsucht beibringt. Ansonsten habe ich eine Katze und eine Schaf-Patenschaft und tanze gerne Gesellschaftstänze, wenn ich nicht gerade stricke oder irgendwelche Dinge aus Holz bastel.

Wieso imkerst du?

Ich imkere, weil ich dem Bienensterben entgegenwirken will und weil ich den Bienenstock als Beobachtungsobjekt sehr beruhigend und dabei hoch interessant finde. Darüber hinaus will ich den selbstgemachten Met einmal komplett selber machen, um den gesamten Arbeitsumfang kennen zu lernen und ein Gefühl für den Preis von Naturprodukten zu entwickeln.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Durch einen Imker-Anfängerkurs des Flensburger Imkervereins (siehe Bild vom Lehr-Bienendand). Darüber hinaus habe ich bereits einiges an Literatur gelesen und hoffe in meinen neuen Nachbarn, die auch imkern Tutoren zu finden.

Interview

Was lernen ImkerInnen genau?

Sie lernen ein Gefühl für das Tier bzw. den Bienenstaat zu bekommen welche Bedürfnisse er hat und wie man diese stillen kann. Man lernt also etwas über die Lebensweise von Bienen und Möglichkeiten wie man diese unterstützen kann - mit einer Auswahl an Werkzeugen und Arbeitsweisen. Außerdem lernt man etwas über Lebensmittel und Lebensmittelhygiene, die selbstverständlich auf Honig im Speziellen ausgelegt ist, aber doch auch grundsätzlich für alle Lebensmittel gilt. Und man lernt, dass es keinen "richtigen Weg" gibt, sonern dass man Erfahrungen sammeln muss und sich austauschen sollte, um einen guten Weg gehen zu können, bei dem Bienen und Menschen zumindest keinen Schaden nehmen.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig mit Vereinen zusammen zu arbeiten, da sie einen Pool an Erfahrungen beherbergen, von dem man lernen kann, um nicht alle Fehler ebenfalls machen zu müssen. Allein das Wissen darum, dass man weiß wen man fragen kann, wenn man nicht weiter weiß ist ein beruhigendes Gefühl. Auch die möglichkeit teure Geräte über den Verein auszuleihen gibt Motivation das nicht ganz günstige Hobby trotzdem anzufangen.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Ich habe in meiner Nachbarschaft zwei Imker, die beider gerne ihr Wissen mit mir teilen wollen, jedenfalls wollen sie mich gerne in die Arbeit am Bienenstand einbinden. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass ältere Imker müde sind in Bezug auf immer neue Ansichten was die beste Methode ist und daher lieber ihr eigenes Ding machen was sich bei ihnen bewährt hat, ohne dass die neue Generation ständig "herumverbessern" will. Da ist sicher etwas Fingerspitzengefühl gefragt, aber bisher sind meine Erfahrungen auf dem Gebiet eher positiv.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Ich kann mir vorstellen, dass viele Den Arbeitsaufwand unterschätzen und daher das Hobby wieder aufgeben. Auch ist der Trend zum natürlichen halten von Bienen gegeben, was wohl auch bedeuten mag, dass Schwärme sich selbst überlassen werden und die Völkerzahl somit nicht steigt.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ja. Als Biologe sind die Folgen von Monokulturen in der Agrarwirtschaft keine neuen Phänomene und betreffen nicht nur die Bienen. Auch die Ausdehnung von bebauten Flächen führ zu Nahrungsmangel und daher zu weniger Bienen. Und dann kommt noch das Problem der Globalisierung, mit der sich die Imker ins eigene Fleisch geschnitten haben - Bienenkrankheiten, die zuvor nur isoliert vorkamen wurden mit der Post in Gebiete getragen, die dem Erreger nichts entgegen zu setzten haben, da keine Koevolution stattfinden konnte.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Nein, nicht unbedingt - die Imkerei öffnet den Geist für vielschichtige Ökologische Probleme und hilft so Lösungen zu finden, die auch den Wildbienen und anderen Insekten zugutekommen. Aber es ist sicher wie bei allen Haustieren, wer es übertreibt tut eher schlechtes als gutes - man siehe nur die Handtaschen-Hunde...

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Das ist nicht nur in der Imkerei so, sondern überall, da Menschen nunmal verschieden sind, allerdings wird es in der Imkerei zugegeben. Dazu trägt sicher auch der Altersunterschied bei, der oftmals herrscht, da das Imkern jetzt erst wieder modern wird und sich viele Jungimker nur "alten Männern" gegenüber sehen. Was natürlich auch wieder ein Klischee ist... Ich denke, dass es viele verschiedene Methoden gibt, die ein Bienenvolk glücklich sein lässt, da die Tiere leicht zufriedengestellt sind. Und dan kommt es drauf an wie die Umweltbedingungen vor Ort sind welche Methode die beste ist für den Imker und für die örtlichen Gegebenheiten. So kann es auf eine Frage wie "welches ist die beste Beute" viele Antworten geben, die alle richtig sind, aber nur für bestimmte Leute und Situationen passen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde die Idee gut und als Jungimker stehe ich selber vor dem riesigern Haufen Zeug, den ich noch brauche und der Frage ob ich mich nicht damit übernehme. Da tut es ganz gut zu hören, dass man uns in dem Punkt unter die Arme greifen will. Ja, ich denke der generelle Schutz der Umwelt und der Wildbienen ist gut und sinnvoll, aber im Notfall können wir dann doch hoffentlich auf die domestizierte Honigbiene zurückgreifen. Ich hoffe der Plan funktioniert ;-)

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