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Sep 2023

Wer im Sommer Honig geerntet hat und seine Bienen gut über den Winter bringen will, muss sich im September um genügend Futter für die Mädels kümmern. Jetzt sind die meisten Blumen verblüht, Bäume blühen gar nicht mehr, so dass unsere fleißigen kleinen Nektarsucher nicht mehr genug Nahrung finden, um ihre Wintervorräte bis unters Dach zu füllen. Deswegen helfen wir ihnen und geben pro Volk ca 15-20 kg Nahrung in Form von Zuckerwasser, Zuckersirup oder Futterteig ins Volk. Doch natürlich sind nicht nur die Bienen scharf auf die süße Gabe, kleckert auch nur ein Tropfen daneben, sind schnell Wespen zur Stelle. Daher ist es sinnvoll, abends zu füttern, wenn alle Insekten ihre Flugtätigkeit eingestellt haben, und auch den Fluglochkeil auf die Winteröffnung zu drehen, so dass das Flugloch auf 2cm Größe begrenzt ist. Das schützt vor unerwünschten Räubern, die sich auch gerne mal in den Bienenstock schmuggeln wollen.

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Jun 2024

Völkerwanderung

"Frau Cervinka? Vor meiner Tür stehen Ihre Honigbienen", berichtete mir eine Stimme aus meinem Telefon. Na so was! Da hat der Paketbote aber ordentlich was durcheinander gebracht. Gott sei dank stand meine Telefonnummer auf dem Paket. Also ab ins Auto und die verirrten Mädels einsammeln. "Die werden einfach so im Karton verschickt?" fragte mich dieselbe Stimme eine halbe Stunde später, diesmal von Angesicht zu Angesicht. Ja, die werden einfach im Karton verschickt. In einem Spezialkarton freilich, in den man die Rähmchen, auf denen die Bienen sitzen sauber einhängen kann, mit großen Lüftungsfenstern und alles nochmal in Insektenschutz-Gaze eingepackt, damit auch kein Bienchen entfleuchen kann, aber so kann ein Schwarm Honigbienen von einem Imker zum anderen verschickt werden. Ein herzliches Dankeschön dafür übrigens an den Imker"paten", der mir vertrauensvoll einen Teil seiner Mädels überlassen hat, auf dass sich ein großes, starkes und fleißiges Volk daraus entwickle. Und natürlich auch an die Firma Sirius Facilities, die mir zum zweiten Mal ein Bienenvolk inklusive Behausung sponsort. Die Imkerei ist nämlich kein kostengünstiges Hobby und gerade als Kleinimker mit vier Völkern ist aus der Honigernte kein Gewinn erwirtschaftbar, der die Investitionen auch nur ansatzweise decken könnte. Daher ist die Unterstützung durch Organisationen wie Hektarnektar oder Firmen wie Sirius Facilities umso wertvoller. Honigernte...ist übrigens diesen Sommer noch ein Wort, was mir die Sorgenfalten auf die Stirn malt. Bei so vielen Regentagen wie wir dieses Jahr hatten, blieb den Mädels noch nicht viel Zeit, die Honigräume zu füllen. Der nächste Monat wird zeigen, ob die Ernte komplett sprichwörtlich ins Wasser fällt... Aber davon berichte ich im nächsten Monat. Für heute haben wir auf jeden Fall die verirrten Bienchen eingesammelt und heil an ihren Standort verfrachtet, sicher in die Beute logiert und ein bißchen angefüttert, sodass sie sich jetzt in ihrem kuscheligen neuen Zuhause einleben können.
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Mai 2024

Tohuwabohu

Habe ich letzten Monat davon geschrieben, wie toll meine Bienenvölker aus dem Winter gekommen sind? Wie stark und vital? Dass ich zwei Wochen eher als üblich die Honigräume aufsetzen konnte? Wer den Tag vor dem Abend lobt...die Strafe folgte auf dem Fuße: Bei befreundeten Imkern waren die Mädels schon in Schwarmstimmung und produzierten neue Königinnen am laufenden Band. Eine davon überließen sie mir, um eines meiner zwei aggressiveren Völker umweiseln zu können. Habe ich noch nie gemacht, kannte ich nur von der Theorie her, also einfach mal ausprobieren. Natürlich sollte alles schnell schnell gehen, die im Volk natürlich gezogene neue Königin war in ihrer Weiselzelle bereits verdeckelt, wann wusste keiner so genau, sie konnte also jeden Moment schlüpfen und musste in ihren neuen Stock gehängt werden. Dafür habe ich die alte Königin des Stockes händisch entfernt, ein Treffen der zwei wäre für eine der beiden tödlich und welche der beiden hier die Überlebende sein würde, wäre Glückssache. Also mussten alle Bienen von ihren Waben abgeschlagen werden (meine Queen war nicht gekennzeichnet und ich erkenne sie leider nie im Gewimmel), weit genug weg vom Bienenstock, sodass die ursprüngliche QueenMum nicht in die Behausung zurückfliegen konnte. Dann das Brutbrett mit der neuen Weiselzelle in den Brutkasten hängen und hoffen, dass die Mädels die Prozedur mitmachen. Ein paar Tage später schaute ich die zwei Völker meines zweiten Standortes durch und musste feststellen, dass hier in einem Volk, wieso auch immer die Königin verloren gegangen war, sodass sich plötzlich eine Arbeiterin berufen fühlte, Eier legen zu wollen. Leider endet diese aufopferungsvolle Hingabe nichtsdestotrotz im Verlust des Volkes, wenn der Imker nicht noch rechtzeitig eingreift, da sie nur unbefruchtete Eier legen kann, aus denen nur männliche Drohnen schlüpfen, die nicht zum Erhalt des Volkes beitragen. Erkennbar ist diese bedrohliche Lage am Brutbild in den Waben, da die Drohnen etwas größer sind als die Arbeiterinnen, werden die Zellen für sie etwas höher ausgebaut und nicht schön flach und einheitlich, man spricht hier von Buckelbrut. Außerdem hat die selbsternannte Königin massenhaft Eier in eine Zelle gelegt, das ist auf dem Foto schön zu sehen. So etwas kommt normalerweise nicht vor. Hier war also plötzlich auch schnelles Handeln gefragt. Natürlich gab es in dem Augenblick keine verfügbare Queen, ich musste mir was einfallen lassen, um die Lage zu retten. Nun war es so, dass beim zweiten Volk auf dem selben Standort die Königin aufgrund der fallenden Temperaturen ziemlich legefaul war, sodass das Brutnest und das Wachstum des Volkes nicht richtig in Schwung kam. Nichts mit massenhaftem Nektareintrag geschweige denn einer frühen Honigernte, wie ich es mir so schön erhofft hatte. Als Lösung habe ich die zwei Sorgenkinder miteinander vereinigt. Habe ich auch noch nie gemacht, kannte ich auch nur von der Theorie her, also einfach mal ausprobieren. Die buckelbrütigen Bienen mussten ebenfalls alle von ihren Waben abgeschlagen werden, weit genug weg vom Bienenstock, dass das Drohnenmütterchen nicht in die Behausung zurückfliegen konnte. Dann eine Lage Zeitungspapier auf den Brutkasten und auf das Zeitungspapier der Brutkasten der müde gewordenen Bienenkönigin. Und dann hoffen, dass sich alle verstehen. Im zweiten Schritt ein paar Tage später das Zeitungspapier entfernen, die Waben aus dem oberen Brutkasten in den unteren umhängen und fertig. Eine erneute Durchsicht wieder ein paar Tage später zeigte, dass die Völkervereinigung geklappt zu haben schien und auch bei dem umgeweiselten Volk war nach einigen Wochen wieder ein wunderschönes, einheitliches Brutnest zu erkennen. Die neue Queen hatte ihren Thron bezogen und kam ihrer Aufgabe vorbildlich nach. Hoffen wir, dass der Juni unaufgeregter wird...
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