Susanne G.
Susanne G.
aus 2120 Obersdorf, Österreich
imkert seit 2016

Der Bien ist ein großer Organismus, der aus vielen kleinen Wesen besteht, die instinktiv genau wissen, was sie zu tun haben, um als Gesamtheit bestehen zu können.

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Hallo! Ich bin Susanne

Ich betreue 0 Bienenstöcke seit 2016.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die grösten Herausforderungen beim Imkern?

Das Wichtigste für mich ist, die Bienen gesund zu erhalten. Ich möchte die Vielfalt in unserem Lebensumfeld fördern. Ohne Biene, ohne bestäubende Insekten hätten wir keine - oder nur sehr wenige - Früchte, keine Blumen. Unsere Umwelt wäre sehr eintönig.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Ich bin Lehrerin für Naturwissenschaften und Technologie an einer kaufmännischen Schule. Mir ist es ein großes Anliegen, das Wissen um unsere Natur weiter zu geben, an Schülerinnen und Schüler und an Studierende. Staatenbildende Insekten bieten viele Möglichkeiten dazu, den Kreislauf des Lebens zu zeigen, aber auch die Probleme aufzuzeigen, die unsere Lebensweise, unsere Landwirtschaft mit sich bringen kann. Derzeit habe ich keine Bienen - außer Wildbienen, ich möchte nächstes Jahr selbst im Garten Völker haben. Ich bin Biologin, habe somit einen Großteil des theoretischen Wissens aus dem Studium. Die praktische Imkertätigkeit habe ich einerseits im Selbststudium und bei der Unterstützung einer Imkerin im Ort erlernt.

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Bienenkrankheiten, bedingt durch nicht mehr rückgängig zu machende Importe (Varoa) oder Umweltgifte, die nur sehr langsam abgebaut werden.

Was lernen ImkerInnen genau?

Umgang mit der Honigbiene im Jahreslauf.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Noch stärkerer Blick auf Umweltgifte.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Als Informationsquelle, Imkerzeitschrift

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Start mit 3 Völkern (ohne Kleingeräte, Kleidung) kostet etwa € 1.000 je nachdem, welches System an Beuten bzw. wie groß die Völker sind.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Nein, das ist ein wichtiges Hobby von mir, das ich vorallem betreiben möchte, um Jugendlichen einen Einblick in die Natur geben zu könnne.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Jedes Insekt ist auf eine andere Nische spezialisiert.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Bisher bin ich nur auf Imker gestoßen, die sehr hilfsbereit sind.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Als Haustier möchte ich sie nicht bezeichnen, sie werden nicht zutraulich, Bienen sind selbständige Wesen, die den Imker bestenfalls akzeptieren.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Nach wie vor hoher Anteil an Umweltgiften, Spritzmitteln, Saatgutbeizen, aber auch immer weniger Mähwiesen, die den Bienen Nahrung bieten.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Größere Herausforderungen beim Start durch die Umweltgifte und neuen Bienenkrankheiten.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

18 - 20 € im Handel 16 - 18 € beim Imker

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ein generelles Bienensterben würde ich es nicht nennen, aber deutlich größere Schwierigkeiten, Bienenvölker im Jahresverlauf zu erhalten. Im Laufe des Jahres treten immer wieder Widrigkeiten auf, Gifte werden auf den Feldern ausgebracht, oder (unkontrolliert) in den privaten Hausgärten.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Keinesfalls, der/die ImkerIn unterstützt die Bienen in ihrer Lebensweise, die aber in die Nutzbarmachung gelenkt wird.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

...weil oftmals Schwierigkeiten auftreten, die nicht so einfach zu beantworten sind. Ich selbst rätsle immer wieder mal tagelang mit meiner Imkerin über die weitere Vorgehensweise und haben selbst mehrere Antworten auf eine einzige Frage.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Einrichten von Blühwiesen, Blühstreifen neben Straßen, keine fremden (nichtheimischen) Baumarten, keine Zierbäume oder Ziersträucher

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Gute Literatur besorgen oder einen guten Kurs absolvieren. Anschluß im lokalen Imkerverein suchen und Imker finden, die für Fragen bereitstehen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Super Initiative, die allen hilft. Gerade die Möglichkeit für Firmen, lokale Imker zu unterstützen, finde ich großartig. Der Marktplatz ist einer der besten, den ich kenne.

Meine Aktivitäten

Jun 2021
Albtraum aller ImkerInnen: Faulbrut

Sehnsüchtiges Warten auf die neuen Bienen und dann das: in der Gemeinde gab es einen Faulbrutfall. Das bedeutet, es dürfen keine neuen Bienen in die Sperrzone eingebracht werden. Jetzt heißt es wieder warten!

Faulbrut bedeutet, dass die Bienen kontaminierten Honig, z.B. von Importware, oder von alten, kontaminierten Beuten, Honig in ihren eigenen Stock einbrachten und damit die Larven fütterten. Im Darm der Larven vermehren sich die Sporen, die Bakterien vermehren sich explosionsartig, was zum Absterben der Larven führt. Das Bienenvolk bekommt keine jungen Bienen mehr und wird absterben.
Das einzig hilfreiche ist, das Volk in eine neue Beute abzukehren. Alle Waben, das Wachs und alle Rähmchen müssen verbrannt werden. Honig kann aber abgeschleudert werden, denn die Sporen der Amerikanischen Faulbrut sind für dem Menschen ungefährlich.

Dieser Zeitraum, bis die Behörde die Sperrzone wieder aufhebt, kann gut genutzt werden, den Bienenstand zu kontrollieren. Hier zeige ich, wie Wachs eingeschmolzen werden kann. Die Rähmchen werden in einen Sonnenwachsschmelzer gelegt. Das ist ein schwarz gestrichener Kasten mit einer transparenten Scheibe, durch die Sonnenstrahlen einfallen können. Die Sonnenwärme schmilzt das Wachs aus und wird unten in einer Rinne gesammelt. Nach dem Klären ist das Wachs sehr sauber und kann zum Kerzengießen verwendet werden.

Für von Faulbrut betroffene ImkerInnen ist diese Seuche ein enormer finanzieller Verlust, denn es müssen alle Rähmchen vernichtet werden, Wachs darf nur für Kerzen verwendet werden, neues Wachs, neue Rähmchen und eventuell auch neue Völker müssen gekauft werden. Umso wichtiger ist die Initiative Projekt 2028 von Hektar Nektar. Gemeinsam schaffen wir ein gesundes Umfeld für die Bienen!

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