Peter Linge

Peter Linge, 55 imkert seit 2017

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Die Entwicklung und der Zusammenhalt der Bienenvölker.

Über mich

Stell dich doch kurz vor: Wie bist du zur Imkerei gekommen?

Über einen Bekannten, der Beuten brauchte. Da ich Tischler bin und über das notwendige Werkzeug verfüge, haben wir zusammen gebaut. Dann habe ich bei der VHS Bielefeld einen Theorie und Praxiskurs belegt, den die Ausbildungsbeauftragte des Kreisimkervereins Bielefeld durchgeführt hat. Ein Zertifikat gab es dafür leider nicht. Im anschluß habe ich noch einen Honigkurs des DIB besucht - mit Zertifikat - damit man den Honig in Gläser des DIB abfüllen darf.. Anschließend diverse Weiterbildungen. Inzwischen bin ich Pate von zwei ImkerIn mit sechs und zwei Bienenvölkern.

Wieso imkerst du?

Den zusammenhalt der Honigbienen und die Entspannung, die man vom Alltag bei den Bienenvölkern finden kann. Auch wenn die menge an Völkern dann doch schon wieder Planung und Arbeit verursachen.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

bei der VHS Bielefeld einen Theorie und Praxiskurs belegt, den die Ausbildungsbeauftragte des Kreisimkervereins Bielefeld durchgeführt hat. Ein Zertifikat gab es dafür leider nicht. Habe keinen Vergleich mit anderen Schulen, da ich keine weitern besucht habe und Weiterbildungen von verschiedenen Anbietern angeboten werden und dann immer nur 1-2 Tage dauern.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Die Völker gegen die Schädlinge erfolgreich zu behandeln, damit sie überleben.

Was lernen ImkerInnen genau?

Den ablauf des Bienenjahres und wie er dann mit den Völkern arbeiten muß um sie gesund zu erhalten. Damit die Bienen möglichst nicht schwärmen. und wie mann dann den von den Bienen erzeugten Honig gewinnt. Eine oder zwei Behandlungsmethoden der Varoabekämpfung. Wie man die Völker auffüttert, damit sie gut über den Winter kommen. Ich habe das Imkern in einem Kurs und bei Fragen zusätzlich die Hilfe von Vereinsmitgliedern gesucht.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Ein Jahr war kalt und nass. Das nächste dann heiß und trocken.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich nutze die Vereine zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung - auch über die Landes- und Kreisverbände.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

das kommt auf die Größe der Imkerei, die Anzahl der Völker und die Möglichkeiten der handwerklichen Fähigkeiten an. ich schätze das man mit 1000€ am Anfang auskommt, das wird aber mit jedem Volk um ca. 150€ mindestens mehr. Die Honiggewinnung kostet auch nochmal 1000-2000€ je nach Schleuder und Zubehör.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

ich kann nicht von der Imkerei leben, möchte das im Augenblick auch nicht.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Das kann im Augenblick noch nicht sein, das es zu viele Honigbienen gibt. Es gab vor Jahren schon wesentlich mehr Bienenvölker und das war kein Problem für die Wildbienen. Aber mann muss Auch berücksichtigen, das die Biodiversität in der Agrarlandschaft in den letzten Jahren stark abgenommen hat und dem muß wieder gegengesteuert werden, sonnst wird es für alle Insekten eng in der Versorgung.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Es gibt etliche ältere ImkerInnen, die ihr Wissen teilen, was auch gut ist (außer sie haben sich nicht ordentlich weitergebildet und Arbeiten nach inzwischen Wissenschaftlich überholten Metoden) Das sie manchmal über die Anzahl der Völker und die Verluste nicht genaue Angaben machen, liegt auch teilweise in der Erfahrung die Sie mit Diebstahl und Vandalismus gemacht haben.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein dem Stimme ich nicht zu, in der Schwarmzeit benötigen sie 1x die Woche Betreuung - sonnst weniger. Mit einem Hund muß man täglich mindestens 2x vor die Tür !

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Das ist richtig, da die alten Imker meist eine große Anzahl an Bienenvölkern gehalten haben und wenn sie versterben, nimmt die Anzahl dann meist zweistellig ab. Jungimker halten in der Regel aber meist nur von 2 bis 10 Völker und daher benötigt man meist 8 bis 15 Jungimker um einen Altimker zu ersetzen.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Die neue Generation arbeitet anders zusammen und ist in vielen Dingen aufgeschlossener als die alte Generation.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Ein Kilo Honig sollte meiner Meinung zwischen 10-20 € kosten, je nach Zertifizierung der Imkerei. Bio ist aufwendiger und teurer.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Man kann das so und so sehen. Die Anzahl der Bienenvölker wird in den letzen Jahren wieder größer - also keine Honigbienensterben - wenn man aber die einzelnen prozente der Völkerverluste sieht (wodurch die auch immer verursacht werden) ist die Anzahl sicherlich gestiegen. Wenn bei Rindern, Schweinen und Geflügel gleich hohe Verluste vorkommen würden, würden sofort Seuchenmaßnahmen in kraft treten und von einem "nationalen oder internationalen" Notstand geprochen werden. Für Wildbienen ist das aber anders zu sehen als für Honigbienen, da diese spezialisiert sind, einzeln leben und daher nicht so häufig sichtbar sind.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Man kann schon viel falsch machen und an vielen dingen ist der Imker sicherlich mit schuld, aber ohne den Imker würden die allermeisten Honigbienenvölker auch nicht allein überleben. Obwohl neueste Studien zeigen, das es wohl mehr wilde Bienenvölker gibt als man allgemein annimmt.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Imker sind genauso indiviuen wie andere Menschen mit Hobbys, daher haben sie auch alle ihre Meinungen (je nach Ausbildungslage und Vorlieben). Altenativ kann man ja Leute nehmen die Fußball interressiert sind - es wird ja auch gesagt, das es mindestes 30 millionen Fußballtrainer in Deutschland gibt, die es meinen besser zu wissen, als die Vereinstrainer !!!!!

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Biodiversität wieder herstellen und Agrar-Monukulturen zurückfahren oder Insektenfreundlicher umgestalten (z.B. durchwachsene Sylphie statt Mais für die Biogasanlagen). Das Spritzen von Pestiziden unterlassen. Auch die Erstellung von Steingärten ist nicht hilfreich, da sie das Spritzen von Unkrautvernichtern nach siech ziehen. Rasenflächen könnten in teilen nicht mehr so oft gemäht werden, damit sich auch blühende Pflanzen dort wieder vermehren oder das sogar blühflächen angelegt werden. Außerdem sollten vermehrt einheimische Pflanzen die Pollen und Nektar liefern gepflanzt werden - statt Exoten.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Einen Kurs zu belegen, sich einen Paten zu suchen, einem Imkerverein beizutreten und viele Weiterbildungen zu besuchen. Meine Empfehlung für Praxiserfahrung: Einen Kurs zu belegen, sich einen Paten zu suchen, einem Imkerverein beizutreten und viele Weiterbildungen zu besuchen. Ich gebe mein Wissen weiter als Pate.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde das eine gute Idee und es sichert alle gegeneinander ab und fördert die Zusammengehörigkeit und das Gefühl dafür. Das kann ich noch nicht so genau sagen, da ich noch am Anfang stehe. Eventuell Erfahrungsaustausch und bessere Zusammenarbeit mit Landwirten (Foren zum Erfahrungsaustausch und das man die Zwänge und Möglichkeiten beider Seiten besser versteht).

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