Angela H.
Angela H.
aus 37441 Bad Sachsa, Deutschland
imkert seit 1992

Mich begeistert der Facettenreichtum, die Genialität ihres Daseins und die Individualität eines jeden Volkes. Ich staune immer wieder über die Organisation, Beharrlichkeit und die Zielsetzung im Jahreslauf in den Völkern.

Imkerin

Hallo! Ich bin Angela

Ich betreue 12 Bienenstöcke seit 1992.
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

In Westberlin am Stadtrand in der Wirtschaftswunderzeit aufgewachsen, interessierte ich mich schon sehr früh für allerlei Getier. Nach dem Abitur besuchte ich die Pädagosche Hochschule in meiner Heimatstadt und belegte die Fächer Biologie und Kunst. Es sollte nicht sein, ich brach das Studium ab, arbeitete aber als Erzieherin in diversen Kindergärten als Schwangerschaftvertretung. Es folgten ein paar Semester an der Hochschule der Künste. Zu der Zeit wurde ich Mutter zweier Söhne. Kurz darauf absolvierte ich eine Keramikerausbildung. Dann kamen die Bienen in mein Leben. Dazu noch eine Trakener-Mutterstute, die ich vor dem Schlachthof rette (DDR). Daraus entwickelte sich eine kleine Pferdezucht. Der dritte Sohn wurde geboren. Er begeisterte sich auch schon sehr früh für unsere Bienen. Wegen der Pflegebedürftigkeit meiner Eltern mußte ich ca. acht Jahre das Imkern unterbrechen. 2014 richtete ich im Harz, dem zweiten Wohnort meiner Eltern einen neuen Bienenstand ein.

Wieso imkerst du?

Es ist ehrlich gesagt eine kleine externe Welt, in die ich mich flüchten kann. Zumal die Völker inmitten des Naturparks Harz stehen. Einfach herrlich! Aber ich bin auch immer wieder sehr neugierig, wie wohl der nächste frische Honig schmeckt.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Ein Bekannter überließ mir 1992 seine drei Völker wegen eines Umzuges. Ich besuchte diverse Kurse an der Freien Universität Berlin, wurde Mitglied in einem Imkerverein. Aber imkern lernt man erst nach mehren Jahren, so wie in anderen Gewerken.

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Vermarktung ; Aufklärung ; gierige Berufsimker!

Was lernen ImkerInnen genau?

Geduld ; Disziplin;

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

kaum; man muß nicht unbedingt imkern, um eine bewußte Umweltwarnehmung zu entwickeln; der momentane Hype gibt sich bald wieder.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Der hiesige Verein wird von alten Schulkameraden,wie Geschäftsleuten, Handwerkern gestellt. Es ist schwierig, als Berlinerin neu Fuß zu fassen. Doch gibt es einige ältere Herren, die mit Rat und Tat sehr väterlich helfen wollen.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Pauschal kann man das nicht ermitteln. Eine elektr. Universalschleuder kostet ca.1500€. Baut man alles selber, oder kauft es fertig. Gebraucht oder neu.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Ich möchte meine Unkosten im Jahr ausgleichen, plus einem kleinen Gewinn. Ich imkere alleine, daher kommt nur eine begrenzte Zahl Völker für mich in Frage.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Da ist etwas reales drann! Momentan wird in einigen Landkreisen schon darüber diskutiert, Beschränkungen anzuordnen. Durch den Hype und die teils naive Vorstellung, mit der Imkerei dickes Geld verdienen zu können, hat sich mancherorts eine bedrohliche Bienendichte entwickelt. Der Anblick von Beuten in Massentierhaltung- Aufstellung an Feld-,Waldrändern muß nicht sein.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Alte Weiber sind halt sonderbar !? Im Ernst, auch in der Imkerei haben Frauen es gegenüber der "Alten-Männer" Herrschaft schwer, zumindest auf dem Land. Aber vor langer Zeit betreuten Frauen Bienenvölker, ja nach Landstrich direkt am Haus.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein! Bienen sind keine Haustiere. Man kann sie nur als Gäste kennenlernen und hüten.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Aufgabe nach drei bis vier Jahren (Milbe). Mangelnde Intuition. Manchmal wirklich verborgene Angst vor Stichen. Phänomen in gewissen Kreisen, man "trägt" nun Biene, aber natürlich nur ein klein wenig.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Von den alten als "Internetimker" verhohnepiepelt, da sie natürlich keine Praxis haben, aber neue Techniken und Technik anwenden, die sie aus dem Netz beziehen. Sie sind halt experimentierfreudiger. Heufig zum Leid der Völker.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Je Sorte bis zu 20 €. Es ist dabei zu beachten, wo und wie der Honig angeboten wird.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

In einigen Regionen schon. Die meisten Verluste sind aber auf das Unvermögen oder aber die Gier des Imkers zurückzuführen. Dazu kommt die Ignoranz und Sturheit mancher Landwirte. Obendrauf der deutsche Ordnungsfimmel.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Wie gesagt, teilweise schon. Aber es gibt zum Glück auch viele erfahrene Imker, die sich sehr engagieren.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Die Biene hat sich seit Ewigkeiten angepasst. Sie ist auf dem gesamten Planeten anzutreffen. Genauso vielseitig kann man sie auch halten. Durch "Zuchtarbeit" wurden nun zwar viele Probleme erzeugt. Ein Bienevolk schafft es aber lange, mit der schlimmsten Folter durch den Imker zu überleben. So denkt jeder Bienenhalter, seine Betriebsweise sei genau richtig. Es sind ja im Grunde auch nur Laien.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Kontakt zu den Landwirten. Völkerdichte kontrollieren. Gemeinden und Landkreise sensibilisieren ( Versiegelung, Sauberkeitswahn). Die Wildbienen dabei auch mit einbeziehen.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

VOR Allem Ausschau halten nach einem geeigneten Standplatz (Pflanzenkenntnis, Trachtband, Wasser ). Ermitteln, wer dort vielleicht auch Bienen hält (Drohnen). Absprache mit dem Partner, Familie. Mehrere Schnupperkurse (Angst) und dann eine anerkannte Schulung machen. Nicht sofort die tollsten Gerätschaften kaufen. Nicht gleich mit 10 Völkern beginnen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Interessantes Projekt. Ich habe in meinem Leben auch sehr viel ausprobiert. Dabei kam es mir nicht so sehr darauf an , im Alter Milionärin zu sein. Oft kam von der Seite ein Wink und ich machte einen Abstecher.

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