Maria Hofstätter

Maria Hofstätter, 42 aus 1210 wien, Österreich
imkert seit 2016

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

An Bienen fasziniert mich ihr komplexes Sozialverhalten, ihre beruhigende Wirkung auf Menschen und ihre wichtige Funktion in der Natur.

Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Hobby-Imkerin mit Leib und Seele. Ein wesensgerechter und bienenfreundlicher Umgang mit den Bienen ist mir sehr wichtig. Bienen leisten Großartiges für uns und stehen unter unserer Verantwortung und verdienen eine liebevolle und professionelle Behandlung.

Wieso imkerst du?

Das Wesen und Sozialverhalten von Bienen fasziniert mich. Ursprünglich zur reinen Selbstversorgung gedacht hat sich meine Imkerei so gut entwickelt, dass ich inzwischen sowohl Honig, als auch Bienen verkaufe.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Theoretische Beschäftigung mit Bienen und der Imkerei über viele Jahre. Seit 4 Jahren auch praktische Umsetzung mit Unterstützung eines Paten.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Varroamilbe + Bürokratie

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Man lebt viel bewusster mit den Jahreszeiten und nimmt plötzlich Pflanzen und ihre Blühzeiten viel mehr wahr.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

ich bin bei keinem Verein

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Das Material und die ersten Bienen kosten gleich etliche Hundert Euro. Im lfd. Betrieb ist das zugekaufte Wachs der größte Kostenpunkt

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Der Gedanke von der Imkerei leben zu können ist nett, aber nicht realisierbar. Andererseits nimmt das auch im Umgang mit den Bienen viel Druck raus. Wenn ein Jahr nicht kostendeckend ist (und das war noch keines), ist es auch nicht schlimm, weil das Imkern und die Arbeit mit den Bienen Spaß macht. Und ein Hobby darf auch etwas kosten. Man muss nicht mit allem Geld verdienen.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Die beiden ergänzen sich.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

In meinen Anfängen wurde ich auch mit diesem Spruch gewarnt, hatte aber das große Glück nur an sehr nette Alt-Imker zu geraten. Allerdings musste ich inzw. in der jüngeren Vergangenheit feststellen, dass an dem Vorurteil leider schon auch etwas dran ist.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Das kommt wohl immer auf den Vergleich an. Für ein "richtiges" Haustier, das tägl. od. sogar mehrmals tgl. Betreuung braucht, würde mir die Zeit fehlen. Die Bienen lassen sich mit Vollzeitjob und anderen Hobbys vereinbaren. Trotzdem darf man den Zeitaufwand von Bienen nicht unterschätzen. Gerade im Frühsommer, aber auch im Zuge der Honigernte und anschließendem Einfüttern und Varroabehandeln sind Bienen doch auch zeitintensiv.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Imkern ist - wie ich meine zum Glück - fest in Hobby-Hand und eine Liebhaberei. Ein Erwerbsimker, der davon leben muss, kann sich nicht so liebevoll um die Bienen kümmern, wie sich das ein Hobby-Imker leisten kann. Insofern sehe ich diese Entwicklung positiv.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Der Umweltschutzcharakter steht stärker im Vordergrund.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Der Preis sollte die Kosten und ein Teil des Aufwands und der Arbeitszeit abdecken.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Varroa ist sicher ein Problem. Heuer war diese schwer in den Griff zu bekommen konkret bei einem Teil meiner Stöcke. Umweltgifte und die konventionelle Landwirtschaft (Monokultur) schwächen die Bienen.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Das ist natürlich Unsinn. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass die Bienen den Honig nicht freiwillig mit uns teilen. Insofern ist es Pflicht des Imkers sich zu bemühen, dass es den Bienen so gut als möglich geht. Das bedeutet unterstützend eingreifen, wenn nötig, und sonst so viel als möglich in Ruhe lassen.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Umweltschutz = Bienenschutz

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Viel Fachliteratur lesen und Kontakt zu jemandem knüpfen, der Ahnung von der Praxis hat.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Tolle Plattform

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