Lisa P.
Lisa P.
aus 97080 Würzburg , Deutschland
imkert seit 2019

Die Art und Weise wie ein Bienenvolk funktioniert und agiert ist auf der einen Seite absolut logisch und verständlich (wenn man weiß wie und warum etwas gerade passiert) und trotzdem gibt es viele Dinge die bis heute noch ungeklärt sind (das fängt schon beim Begattungsflug an) und die uns hin und wieder ratlos und staunend da stehen lassen. Die Arbeit mit den Bienen ist für mich fast wie eine Art Meditation. Ist man hektisch und schlecht gelaunt überträgt sich das sehr schnell, deswegen ist hier Ruhe und Gelassenheit angesagt, das gefällt mir !

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Der neue lo%cc%88we der bayerischen
Imkerin

Hallo! Ich bin Lisa

Ich betreue ein Bienenvolk seit 2019
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Mein Name ist Lisa und ich habe erst vor circa 1 1/2 Jahren mit der Imkerei begonnen. Sehr schnell habe ich gemerkt, dass das absolut beim Ding ist. Mein Opa war Imker und ich verbringe schon immer meine komplette Freizeit im Garten mit eigenem Gemüseanbau etc. Das unser Garten bienenfreundlich wird, war schon sehr lange ein Thema. Nun schließt sich der Kreis und es macht einfach unglaublich Spaß!

Wieso imkerst du?

Im eigenen Garten. Hier gibt es einen alten Obstbaumbestand aus Kirschbäumen, Apfelbäumen, Birne, Zwetschge, Pfirsich, vielen Gemüsepflanzen sowie allem möglichen Blumen und Pflanzen hier und da.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Mein Nachbar ist glücklicherweise schon sehr lange Imker. Bei ihm konnte ich und kann weiterhin sehr viel lernen. Er steht mir mit Rat und Tat zur Seite und hat eine besonders bienenzugewandte und achtsame Art zu Imkern. Über diese "Schule der Imkerei" bin ich sehr dankbar!

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Die Imkerei an sich stellt einen großen Eingriff in so ein Bienenvolk dar. Für mich ist es eine Herausforderung einen Ansatz zu finden, der die Bienen artgerecht und möglichst naturnah wuseln lässt, bei dem aber trotzdem ein paar Gläschen Honig für mich herum kommen.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Ich weiß zu jeder Jahreszeit was gerade blüht, was nicht mehr blüht, was noch blühen wird. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Landschaft. Wenn man an schier endlosen Feldern mit Monokulturen vorbeifährt, merkt man erst, mit wieviel "toter Fläche" wir uns umgeben .. das finde ich besorgniserregend.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Den finanziellen Aspekt beim Start in die Imkerei habe ich völlig unterschätzt! Das fängt schon mit einer Beute an, die neu circa 160 Euro kostet. Dann braucht man allerlei Zubehör: Rähmchen hier, Varroagitter da... wenn man seine Völker erweitern möchte noch ein paar Beuten... für einen Ableger hier und da noch eine Beute, dann kommt das erste mal schleudern... Honigschleuder, Entdeckelungsgeschirr, Gläser, Eimer, Rührgerät usw. Obwohl ich sehr aktiv auf diversen Online-Plattformen bin und immer versuche alles gebraucht zu kaufen, habe ich in den letzten 1 1/2 Jahren circa 2000 Euro investiert. Vor der Imkerei dachte ich, man stellt sich einen Holzkasten in den Garten, noch einen Stockmeisel oder so und fertig. Da hatte ich mich getäuscht ;-)

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Die Arbeit mit meiner überschaubaren Anzahl an Völkern ist schon ziemlich zeitintensiv, so das ich mir nicht vorstellen kann, wie man das mit circa 80 Völkern macht.. Ganz unabhängig davon, dass man 80 Beuten braucht ;-) Die Vorstellung ist natürlich schon toll!

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Dieser Erfahrung habe ich noch an keiner einzigen Stelle gemacht. Ich empfinde die "Bienencommunity" als wahnsinnig offen und hilfsbereit!

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein, das finde ich nicht. Der Bien an sich bräuchte überhaupt keine Betreuung und könnte auch ohne den ständigen Eingriff von Seiten der Imkerei überleben. Es ist die Entscheidung des Imkers, dass er an den Honig möchte und dementsprechend das Bienenvolk für sich schuften lässt, wodurch die intensive Betreuung erst entsteht.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Definitiv. Schon alleine, dass man als Imker*in Verluste über den Winter hat ist ein Bienensterben. Von Wildbienen und anderen Insekten in der freien Natur braucht man doch gar nicht zu Reden. Oder wann musstet ihr das letzte mal eure Windschutzscheibe beim Auto reinigen und von toten Insekten befreien? Ist bei mir sehr lange her. Natürlich ist die Belastung durch die Varroa-Milbe als einen Faktor hierfür anzuführen. Ebenso sollte man sich selbst als Imker*in ständig hinterfragen. Am Ende versetzen wir unsere Bienen in Dauerstress: noch mehr Honig, noch ein Honigraum drauf.. Die Verantwortung der Landwirtschaft durch den Einsatz von Pestiziden wie Neonikotinoide usw. wird meiner Meinung nach aber gerne unter den Teppich gekehrt! Was wir an dieser Stelle anrichten , welche Auswirkungen das auf das Wesen der Bienen und ihren Fortbestand hat ist viel zu wenig erforscht und das hat auch seinen Grund. Das ist eine unangenehme Wahrheit über die man lieber nicht weiter forscht und hinterfragt, da ist doch besser einfach die Varroa an allem Schuld.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Nein, ich finde das ist Quatsch.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Frage 3 Ärzt*innen und bekomme 4 Antworten.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich bin begeistert von Hektar Nektar. Hier können Menschen oder Firmen, die gerne etwas für den Naturschutz tun wollen direkt agieren und ein Ergebnis sehen! Auf der anderen Seite wird man als Imker*in unterstützt, denn Imkern im kleinen Maßstab ist ein Hobby das man aus Überzeugung und Leidenschaft macht aber nicht aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

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