Lukas H.
Lukas H.
aus 88212 Ravensburg, Deutschland
imkert seit 2016

Die unglaubliche Varianz. Die nähe zu Natur und die unglaubliche Ruhe, die die Bienen ausstrahlen.

Imker

Hallo! Ich bin Lukas

Ich betreue ein Bienenvolk seit 2016
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Ich bin Lukas, 29 Jahre alt und studiere zurzeit Soziale Arbeit. Nebenher arbeite ich als Erzieher und gehe gerne Klettern und/oder Bouldern. Außerdem Gründe ich einen nachhaltigen Kindergarten. Wenn ich nicht gerade lerne oder an der Wand hänge schau ich meinen Bienen beim fliegen zu. Egal wie lange schon, sie faszinieren mich immer wieder.

Wieso imkerst du?

Weil mich das Konstrukt Bien interessiert und die Faszination Biene mich mit dem Buch "Die Biene" nicht mehr losgelassen hat. Wenn ich könnte würde ich meine ganze Zeit darauf verwenden den Beinen beim fliegen zuzusehen. Außerdem ist mir Nachhaltigkeit wichtig und sehe die Bienen als einer der wichtigesten Organe für unsere Umwelt an.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Ich habe einen Imkerkurs gehabt und mir danach selber ein Bienenvolk besorgt. Dabei hatte ich einen Pate der mich ein Jahr lang begleitet hat. Durch einen Umzug war ich dann zwar auf mich gestellt habe mich aber immer wieder selber weitergebildet. Inzwischen habe ich auch den Honig-Kurs des deutschen Imkerbundes

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Ich finde, die Bienen werden immer noch sehr unterschätzt. Viele erkenn Bienen nicht oder kennen den unterschied zwischen Wespen, Bienen und Hummeln nicht. Diese Aufklärung und die "schlechte" Meinung der Bienen finde ich persönlich als eines der größten Herausforderungen.

Was lernen ImkerInnen genau?

Sowohl die Natur kenne. Wann passiert was, wann blüht was und wie wird denn eigentlich Waldhonig gewonnen. Sowohl die Biologie der Bienen aber auch die Verhaltensweise oder einen ganz anderen Einblick ins Bienenvolk.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Sehr. Seither nehme ich sehr viel mehr wahr, wann etwas blüht. Wie die Natur gestaltet wird und was daraus gewonnen wird. Außerdem fällt mir natürlich die Monokultur in Deutschland auf und schätze immer mehr die kleinen Flächen von Wildblumen.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Leider ist der Verein in Ravensburg sehr klein und es gibt kaum Angebote. Deswegen nutze ich diesen auch leider nicht oft.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Die Kosten kann man sehr gering halten. Zwischen 200 und 300€ muss man aber rechnen. Mit Kauf eines Bienenvolks und Zarge plus der ganzen Ausstattungen mit Smoker und Imkerhut.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Ich möchte mich sehr in die Imkerei einbringen. Allerdings ist Honig bzw. die Imkerei ein Produkt der Natur und finde, dass diese nicht entstanden ist um Geld zu verdienen. Wenn man Hauptsächlich auf die Einnahmen angewiesen ist, denke ich, ist eine Naturnahe bzw. Wesensgemäße Haltung nicht bzw. kaum möglich. Deswegen möchte ich von der Imkerei auch nicht "leben"

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Ich denke, dass wie in allem, ein Gleichgewicht vorhanden sein sollte. Gibt es zu viele Honigbienen, nehmen diese die Nahrung und platz der Wildbienen weg. Gibt es zu viele Wildbienen, nehmen wir den Platz des Honigbienen weg. Allerdings gibt es kaum natürlichen Platz für Wildbienen. Außerdem ist der Stand der Honigbienen-Völker so niedrig wie nie. Wir brauchen mehr natürlichen Platz für Wildbienen und einen ausgeglichene Anzahl an Honigbienen. Das bedeutet, dass jeder Imker an einem Platz nicht zu viele Honigbienen stehen haben sollte um eine gleichmäßige Verteilung zu begünstigen.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Da stimmt so nicht. Ich persönlich kenne sehr viele ältere Imker, die Ihr wissen mit mir geteilt haben. Außerdem sind die meisten Dozenten der Imker meist älter. Ich sehe es aber ein Problem, dass es meist bei den Imkern sehr viel unterschiedliche Meinung herrscht und meist die älteren Imker sehr auf "Ihre" Art pochen und sich kaum davon abbringen lassen. Fragt man 10 Imker bekommt man 11 Meinungen. Das ist das Problem und nicht die älteren Imker.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Weder noch.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Die Varroa - Milbe trägt dazu wohl einen großen Beitrag dazu bei. Einen Verlust bzw. der Verlust aller Bienenvölker ist wohl eine große Hürde in der nächsten Saison wieder Geld und Zeit zu investieren alles wieder aufzubauen.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Meine persönlich Meinung habe ich oben schon erwähnt. Sonst würde ich wohl wissenschaftliche Forschungen dazu befragen.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Zuerst denke ich vorerst, dass man aus einem Bienenvolk nur so viel Honig rausholen sollte wie nötig bzw. wie möglich. Meiner Meinung nach ist eine Zufütterung eine Schwächung des Volkes. Honig ha mehr Nährstoffe als die Inhalte von Zuckerwasser oder Zufütterung - Sirup. Deswegen wird natürlich die allgemein Menge des Honigs, dass auf dem Markt befindet, geringer. Somit wird auch der Honig teurer.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Ja gibt es. Sei es durch wissenschaftliche Forschungen der Universität Hohenheim oder Forschung des N.A.B.U., dass auch die Wildbienen betrachtet.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Die meisten Imker betreuen Bienen aus wirtschaftlichen Zwecken. Diese Imker sind wohl einer der Feinde der Honigbienen. Allerdings gibt es wohl auch Imker die sehr wesergemäß und nur aus Hobbyinteressen Honigbienen halten. Deswegen ist diese Aussage wohl nicht ganz zutreffend und zu Pauschale getroffen.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Ich denke, da es so viele Möglichkeiten und Varianten gibt, die alles Vor- und Nachteile haben.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Honig entnahme begrenzen, wesensgemäße Imkerei begünstigen. Forschungen der Bienen erweitern und vor allem die "Züchtung" strikter unterbinden.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Informiert euch von vielen Quellen und verlasst euch nicht auf einen Imker. Vor allem zuverlässige Quellen bevorzugen. Sei es durch wissenschaftliche Forschungen oder Bücher.

Wir benützen Cookies um die Benutzerfreundlichkeit der Webseite zu erhöhen. Wenn du auf „Ich akzeptiere“ klickst, nehmen wir an, dass dir das recht ist. Du kannst natürlich später deine Cookie-Einstellungen jederzeit wieder ändern.