Frank Blaser
Frank Blaser
aus 69168 Wiesloch, Deutschland
imkert seit 2018

Es gibt sehr viele faszinierende Aspekte an der Biene. Sei es deren Verhalten, deren Biologie oder auch deren Wert für unsere Umwelt. Auch der Prozess, wie aus Pollen und Nektar Honig wird, ist hochinteressant.

Imker

Hallo! Ich bin Frank

Ich betreue ein Bienenvolk seit 2018
Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Ich betreibe seit vergangenem Jahr zusammen mit meiner Frau eine kleine Familienimkerei. Derzeit kümmern wir uns um 7 Bienenvölker. Inzwischen konnten wir bereits unseren ersten Honig ernten.

Wieso imkerst du?

Alle Reden vom Insektensterben. Uns war es wichtig, nicht nur zu reden, sondern auch etwas zu tun. Daher haben wir uns entschlossen, mit der Imkerei einen kleinen eigenen Beirag gegen das Insektensterben zu leisten. Neben meinem Bürojob bietet die Imkerei einen wundervollen Ausgleich, bei dem man auch körperlich gefordert wird. Es ist ein äußerst befriedigendes Gefühl, als Ergebnis der Arbeit am Ende den Honig ernten zu können.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Zunächst wurde ich von einem guten Freund unterstützt, von dem ich auch meine ersten 3 Völker erhielt. Dieser steht mir auch immer mit Rat und Tat zur Seite. Daneben haben meine Frau und ich eine Imkerausbildung an der Badischen Imkerschule absolviert und einen Anfängerkurs beim örtlichen Imkerverein belegt. Daneben informieren wir uns durch Fachliteratur.

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Neben der sich durch den Klimawandel verändernden Natur sind es Schädlinge wie die Varroamilbe. Auch den kleinen Beutenkäfer, der bisher glücklicherweise bei uns noch keine Schäden anrichtet, sehe ich als nicht zu unterschätzende Gefahr.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Da ich erst seit kurzem imkere, lässt sich diese Frage nicht abschließend beantworten.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich engagiere mich aktiv im örtlichen Bezirksimkerverein, dessen Kassier ich inzwischen bin. Gerade der fachliche Austausch mit teilweise schon Jahrzehnten imkernden Kollegen bietet Anfängern tolle Möglichkeiten.

Was kostet der Start in die Imkerei und was der laufende Betrieb?

Als Startinvestition habe ich im ersten Jahr ca. € 3.000 für meine sieben Völker mit Beuten und sonstiger Ausrüstung (Schleuder, Wachsschmelzer etc.) investiert, wobei ich die ersten 3 Völker konstenlos bekam und Gerätschaften teilweise gebraucht von Imkerkollegen erwarb.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Nein, wir möchten dies als Hobby betreiben.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Ich denke, dass hier nicht die Honigbiene das Problem ist, für das Insektensterben - auch das der Wildbiene - gibt es viele andere Gründe. Außerdem sorgen Imker mit der Bienenhaltung dafür, dass insgesamt Maßnahmen gegen das Insektensterben weiter voran getrieben werden. Ich beispielsweise unterstütze bei meinem Honigverkauf das Melifera-Projekt "Für eine blühende Landschaft".

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Dies kann ich so nicht bestätigen, im Verein erhält man sehr viele Ratschläge von erfahrenen Imkern.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Es ist schon ein arbeitsintensives Hobby, allerdings muss man auch sehen, dass über die Wintermonate wenig Arbeit (außer Winterbehandlung) anfällt, der Imker hier seine Bienen also nur wenig betreuen muss. Im Vergleich zu anderen Haustieren, die das ganze Jahr über Pflege und Betreuung benötigen, ist es bei den Bienen mehr eine phasenweise, sehr zeitintensive Arbeit.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Inzwischen fangen viele Imker das Hobby in erster Linie aus Umwelt-/Naturschutzgründen an und wollen dies mit sehr wenig Völkern tun, da sich hier der Arbeitsaufwand in Grenzen hält. Teilweise ernten sie nicht einmal Honig. Ich bin ber der festen Überzeugung, dass die Zahl der Bienenvölker nur dann nachhaltig gesteigert werden kann, wenn man die Biene als Nutztier zur Honigerzeugung betrachtet. Das heißt jedoch nicht, dass man diese nicht naturnah bzw. bienengerecht halten kann. Massentierhaltung wird auch im Imkerbereich nicht die Zukunft sein!!!

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Meines Erachtens gar nicht so viel. Klar gehen junge Menschen heute anders an die Sachen heran. Wissensumschlag funktioniert mit modernen Medien einfacher und schneller. Im Internet gibt es Erklärvideos und Informationen noch und nöcher (mit allen negativen Begleiterscheinungen). Hier waren die alten Imker vielmehr auf die Wissenweitergabe von Person zu Person angewiesen. Allerdings ist meines Erachtens auch heute noch der persönliche Austausch unersetzlich.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Wenn man die Arbeit sieht, die dahintersteckt und gleichzeitig die Mindstlohndebatte beobachtet, wären 15 bis 20 Euro pro Kilo sicher nicht zu viel, ein Preis der aber bei weltweitem Handel und globalisierten Märkten für Honig kaum zu realieren sein wird.

Gibt es ein Bienensterben oder nicht? Begründe bitte deine Meinung.

Dies kann ich auf Grund mangelnder Langzeiterfahrung nicht wirklich fundiert beantworten.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Wie oben bereits erwähnt, sehe ich die Zukunft der Bienen in der Nutztierhaltung - naturnah und bienengerecht, hierfür bedarf es engagierter Imker!

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Das ist dasselbe Klischee wie bei den Juristen, außerdem zeigt es, dass im Bereich der Imkerei einfach viele Fragen noch nicht endgültig geklärt sind.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Es ist wichtig dass in Zusammenarbeit mit den Landwirten dafür gesorgt wird, dass ausreichend Nahrung zur Verfügung steht und möglichst keine bienenschädlichen Mittel verwendet werden. Der Landwirt ist nicht der Feind des Imkers. Außerdem muss die urbane Umwelt insgesamt insektenfreundlicher gestaltet werden (Lebensräume und Nahrung für Insekten). So sind beispielsweise die Steingärten auf vielen Grundstücken ein absolutes No-Go!

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde dies einen interessanten neuen Ansatz und bin gespannt auf die künftige Zusammenarbeit.

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