Elisabeth B.
Elisabeth B.
aus 1030 Wien, Österreich
imkert seit 2020

Am meisten fasziniert mich, wie sich die Tausenden von Bienen im Bienenstock so effizient und reibungslos organisieren können. Die Tatsache, dass wir noch so vieles über die Bienen, ihr Verhalten und ihr Zusammenleben nicht wissen, macht das Arbeiten mit den kleinen Tierchen noch spannender für mich.

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Hallo! Ich bin Elisabeth

Ich betreue 3 Bienenstöcke seit 2020.
Über mich

Was gefällt dir an der Imkerei? Was sind die grösten Herausforderungen beim Imkern?

Seit ich klein bin, habe ich immer meinen Vater, einen ehemaligen - jetzt wieder aktiven - Imker, über die kleinen Tierchen ausgefragt. Über ihr Leben im Bienenstock, wie sie den Honig sammeln und wie man sich um sie kümmert. Zu meinem 19 Geburtstag hat mir schließlich mein Vater den Grundkurs fürs Imkern von der Imkerschule Wien geschenkt. Diesen haben wir zusammen besucht und im Frühling darauf unser erstes Volk gekauft. Danach haben wir uns die zwei Schwärme gefangen, die nun uns gehören.

Stell dich doch kurz vor! Wie bist du zur Imkerei gekommen? Seit wann imkerst du?

Ich habe den theoretischen Teil des Grundkurses in der Imkerschule Wien besucht. Den praktischen Teil haben wir aufgrund von Corona noch nicht absolviert. Daher haben wir vieles bei der praktischen Arbeit mit unseren drei Völkern gelernt und von unserem Obmann des Imkervereins Ortgruppe 1 in Wien gelernt. Ich heiße Elisabeth Ballok, bin 20 Jahre alt und studiere Technische Chemie an der TU Wien. Seit zwei Jahren wohne ich in Wien wegen meinem Studium und gewöhne mich als Landkind noch immer an das Stadtleben. Das ist einer der Gründe, wieso ich das Imkern am Zentralfriedhof so genieße, da ich an unserem Bienenstand der Natur auch mitten in der Stadt nahe sein kann.

Interview

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Nicht zu viel in den Bienenstock reinschauen, aber zu der richtigen Zeit. Man darf den richtigen Augenblick nicht verpassen, den aber zu treffen ist nicht immer einfach.

Was lernen ImkerInnen genau?

Beim Imkern lernt man geduldig zu sein, den kalten Kopf zu bewahren, wichtige Entscheidungen mit möglicherweise fatalen Konsequenzen zu treffen und in den notwendigen Situationen rasch zu handeln.

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Die Imkerei hat mir gezeigt, dass in der Natur alles zusammen hängt. Nun interessiere ich mich fürs Wetter, da ich weiß, dass es schön sein muss, damit die Blumen blühen und es somit genug Nektar und Pollen gibt. Es darf nicht zu windig oder zu kalt sein, sonst fliegen die Bienen nicht. Davor war das Wetter nicht von so einer großen Bedeutung für mich.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich bin in einem Verein, wo wir uns jede Woche bei unserem gemeinsamen Bienenstand treffen. Da schaue ich mir meinen eigenen Bienen an und schaue auch bei den anderen mit. Dadurch lernt man viel mehr, da man viele verschiedenen Bienen und möglicherweise Probleme sieht. Die anderen können auch nützliche Tipps für eigene Dilemmas bieten.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Ich habe keine Ambitionen von der Imkerei zu leben.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Meiner Erfahrung nach ist das genaue Gegenteil der Fall. Ältere Imker wollen sehr gerne über ihr Imkerleben reden und mir, als Jungimker, mit Ratschlägen zu jedem Problem bei Seite stehen.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Vielleicht liegt es daran, dass die Imkerei als Hobby an Beliebtheit gewinnt. Daher gibt es viele Imker, die nur 2 oder 3 Völker haben, und nicht wie früher, wo die Imker davon gelebt haben.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Der Zufluss an Informationen. Es gibt soviele Möglichkeiten ein Problem anzugehen, da im Internet, in den Büchern und von älteren Imkern man Ratschläge bekommt. Oftmals weiß man gar nicht, was die richtige Herangehensweise ist.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Ein zu neugieriger, proaktiver Imker ist der größte Feind der Biene. Die Biene kommt sehr oft alleine sehr gut zurecht, wenn das Volk stark genug ist. Man muss nicht jede Woche in den Bienenstock reinschauen und alles durchstöbern.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Das Bien ist ein lebendes Organismus, genauso wie der Mensch. Und genauso wie die Menschen ist auch jedes Volk anders. Bei einem funktioniert diese Methode besser, bei einem jenem eine ganz andere. Nicht jede Lösung für ein Problem ist die richtige für das jeweilige Bienenvolk.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Ein Verein bieten eine sehr gute Atmosphäre für einen Neuimker. Man bekommt Hilfe von den erfahren Imkern und kann bei denen mitschauen.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde die Initiative die Wichtigkeit von Bienen für die Gesellschaft den Menschen näher zu bringen, eine ganz tolle und verantwortungsvolle Idee.

Meine Aktivitäten

Apr 2021
Zweites Volk

Im April 2020 haben mein Vater und ich unerwartet einen Anruf von einer Imkerkollegin erhalten: "Schnell! In einer Stunde bei mir in Niederösterreich! Ein Schwarm!" Ohne zu zögern stiegen wir ins Auto und trafen uns mit der Kollegin bei ihrem Bienenstand. Und schon begann unser erstes "Schwarmfangabenteuer". Leiter? Check. Spritzflasche? Check. Eimer? Check. Schwarmbox? Check. Als nun alles vorbereitet war, wurde meiner Vater in die fünf Meter Höhe geschickt. Ganz professionell wurde das Volk mit Wasser bespritzt, damit sich die Bienen noch stärker zusammenballen. Danach konnte mein Vater das ganze Volk in den Eimer schüttelt. Dies tat er mit so einer Sorgfalt, dass sogar ein kleiner Ast mitgerissen wurde. Nun wurden die Bienen in die Schwarmbox übergeführt, wobei einer kleiner Spalt immer offen bleiben muss, damit die restlichen Bienen zu der Königin gelangen können. Im Bild sieht man, wie wir das Volk in unsere Beute eingeschlagen haben. Es sieht aus wie ein Meer von Bienen, sogar der Ast ist kaum zu sehen. Mit diesem Volk, auch das "Blaue Volk" genannt, haben wir danach einiges erlebt. Das Spannendste war, als wir im August schockiert feststellen mussten, dass die Königin nicht mehr da ist. Noch schnell konnten wir eine befruchtete Königin erwerben, die gut angenommen wurde. Den Winter hat das Volk sehr gut überstanden und ist derzeit unser stärkstes. Im Abschluss können wir sagen, dass dieses Volk uns auf Trab hält, da es immer unerwartet Rettungsaktionen gibt. Zum Glück sind wir immer bereit und tun alles damit es unseren Bienen gut geht.

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