Stephan Möhle

Stephan Möhle, 36 aus 27321 Thedinghausen, Deutschland
imkert seit 2019

In 2,3 Sätzen: Was fasziniert dich an der Biene?

Ich finde das soziale Gefüge im Bienenvolk unglaublich beeindruckend, ebenso die Möglichkeit sich beim Verlust der Königin eine neue heran zu ziehen. Der Einfluss auf die Umgebung sowie die Abhängigkeit von Obstbäumen etc. von den Bienen ist faszinierend und macht die Biene unbedingt schützenswert.

Über mich

Stell dich doch kurz vor!

Ich bin 35 Jahre alt und wohne südlich von Bremen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Wir bewirtschaften ein Haus mit Garten sowie einen Resthof und halten hier Hund und Katze, Hühner, Enten, Gänse und Puten und seit kurzem 3 Ponys. Wir pflegen unseren Garten mit Obstbäumen und Gemüseland und versorgen uns teilweise selbst mit Fleisch und machen gerne allerlei Obst und Gemüse ein. Ich bin Ortsbrandmeister unserer Freiwilligen Feuerwehr und arbeite als Systemingenieur für Massenspektrometer.

Wieso imkerst du?

Ich genieße Tätigkeiten in und mit der Natur und betrachte die Hobbylandwirtschaft seit Jahren als Ausgleich. Diese soll nun durch Bienen erweitert werden. Ich denke dass Bienen um jeden Preis geschützt werden müssen und die Bienenprodukte sowie die Bestäubungsleistung an unseren Obstbäumen sind fantastische Nebenvorteile.

Schule, Pate oder Selbststudium – wie hast du das Imkern erlernt?

Ich habe mich erst etwas schlau gelesen und dann einen Kurs beim Imkerverein Verden gemacht. Nun starte ich mein erstes Jahr im Bienenleasing um einmal das ganze Bienenjahr zu erleben und in Gesellschaft und mit Hilfestellung Erfahrungen zu sammeln. Nach der Saison hole ich mein Volk dann zu mir nach Hause und will meinen Bestand im kommenden Jahr ausbauen.

Welche ist die größte Herausforderung für ImkerInnen?

Aufgrund der weniger werdenden "alten" Imker mit vielen Völkern, ist die erste Aufgabe in meinen Augen möglichst viel Nachwuchs für die Imkerei zu begeistern. Danach stehen der Kampf gegen Varroa und Faulbrut ganz oben auf der Prioritätenliste.

Was lernen ImkerInnen genau?

- den richtigen Umgang mit Bienen - die gegenseitigen Einflüsse von Natur und Bienen aufeinander - den hygienischen Umgang mit Imkereiprodukten

Wie hat sich deine Sicht auf die Natur geändert seit du ImkerIn bist?

Ich schaue noch genauer hin, was in der Natur unterwegs ist und denke häufiger darüber nach, ob die gewählte Vorgehensweise sinnvoll ist. Bei Veränderungen oder Neuerungen im Garten achte ich mehr darauf, meine Pläne bienenfreundlich umzusetzen.

Wie nutzt du Vereine und wie ist der Zusammenhalt?

Ich habe meinen Imkerkurs beim Imkerverein Verden gemacht und nutze auch de Möglichkeit des Bienenleasings dort. Der Verein ist in meinen Augen ein fast unerschöpflicher Vorrat an Wissen und Erfahrung und viele Dinge lassen sich als Verein einfacher umsetzen. Bis jetzt erlebe ich das Vereinsleben als unglaublich offen und hilfsbereit.

Kannst bzw. möchtest du von der Imkerei leben?

Nein, ich betrachte die Imkerei als Hobby, das mir und meiner Umwelt gut tun soll. Ich möchte, dass meine Kinder den Umgang mit den Bienen lernen und dadurch ein tieferes Verständnis für ihre Umwelt bekommen. Ich bin froh, wenn sich die Imkerei finanziell selbst trägt, aber es wäre nicht schlimm, sollte sie das nicht tun. Jedes Hobby kostet Geld.

Es gibt die Sorge, dass die Honigbienen Wildbienen vertreiben. Wie siehst du das?

Das glaube ich nicht. Ich denke durch Bemühungen der Imker mehr Lebensraum für die Honigbiene zu schaffen und über das Insektensterben aufzuklären, wird im Endeffekt auch die Wildbiene geschützt.

Ältere ImkerInnen sollen angeblich ungern ihr Wissen teilen. Was denkst du darüber?

Ich denke es gibt, wie überall, solche und solche. Bis jetzt habe ich nur freundliche und hilfsbereite Imker kennengelernt.

Sind Bienen das anstrengendste oder betreuungsintensivste Haustier?

Nein. Hund oder Pferde als nur zwei Beispiele sind viel kosten- und zeitintensiver.

Die Anzahl der ImkerInnen steigt. Die Anzahl der Bienenvölker nicht. Was ist deiner Meinung nach der Grund?

Viele alte Imker haben oder hatten viele Völker. Junge Imker haben z.B. aus Zeit- und Platzgründen nur wenige Völker. So braucht man zwischen 6 und 10 Jungimkern um einen Altimker zu ersetzen.

Was unterscheidet die neue Imkergeneration von der alten?

Die Motivation und der Zeiteinsatz. Die Technik und die Vernetzung.

Wie viel sollte ein Kilo Honig deiner Meinung nach kosten?

Ich denke ein normal gewonnener deutscher Honig sollte auf keinen Fall weniger als €12,- pro Kilogramm kosten.

Ist der/die ImkerIn der größte Feind der Bienen?

Ich denke der Imker ist der einzige ECHTE Freund der Bienen.

Frage 3 ImkerInnen, bekomme 4 Antworten. Wieso ist das so in der Imkerei?

Weil jede Meinung auf Erfahrungen und der individuellen Lage und Situation der Imker und ihrer Bienen beruht und es viele verschiedene Herangehensweisen aus verschiedenen Generationen gibt.

Wie sieht sinnvoller Bienenschutz aus?

Einfach mal etwas Natur übrig lassen. Nicht alles versiegeln oder mit Kies dichtmachen. Mal Pfützen stehen lassen und Blumen ansähen, die das ganze Jahr Blüten bieten.

Was empfiehlst du ImkerInnen, die neu beginnen?

Erstmal einen Grundkurs belegen. Dieser kostet nicht viel, ist sehr spannend und vermittelt Verständnis und Begeisterung für das Hobby Imkerei. Danach wenn möglich Bienen leasen oder bei einem erfahrenen Imker mitimkern.

Was denkst du über Hektar Nektar?

Ich finde das ist eine klasse Idee. Der Einstieg in die Imkerei ist nun mal teuer und so können vielleicht viel mehr Leute mit diesem tollen Hobby anfangen.

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